Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 64, Nummer 20 › Seite 319

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 6. Oktober 1908, Seite 319

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der man sich einig geworden war.

steht, in der greuliche Irrlehrer geduldet werden.

8 Ner 2+ utheranesN.

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Die Ohiosynode war zu ihrer allgemeinen oder Delegaten⸗
synode Ende August in Appleton, Wis., versammelt. Aus jedem
Kreise von 10 Pastoren und 10 Laien waren ein Pastor und ein
Gemeindedeputierter als Vertreter erschienen, im ganzen 90 Dele⸗
gaten. Die Synode zählt jetzt 12 Distrikte, da auf dieser Ver⸗
sammlung die Pastoren und Gemeinden in den kanadischen Pro⸗
vinzen zu einem eigenen Distrikt abgezweigt wurden und einige
Pastoren und Gemeinden in Australien einen eigenen Distrikt
bilden. Dieser australische Distrikt ist so zustande gekommen, daß

den beiden dortigen Pastoren Heidenreich von unserer australischen
Schwestersynode wegen unlutherischer, falscher Praxis die Kirchen⸗

gemeinschaft aufgesagt werden mußte, diese dann mit der Ohio⸗
synode in Verbindung traten und um einen Pastor baten, der

ihnen auch zugesandt wurde. Die Ohiosynode hat 5 Lehranstalten,

die Capital University in Columbus, O., aus College und

Predigerseminar bestehend, das praktische Predigerseminar in

St. Paul, Minn., das Schullehrerseminar in Woodville, O., das
englische Seminar in Hickory, N. C., und das neugegründete
Pacific⸗Seminar in Olympia, Wash. Für St. Paul, Hickory
und Woodville wurde je eine weitere Lehrkraft bewilligt, und eine
in St. Paul entstandene Vakanz ist kürzlich durch den aus unserer
Synode ausgeschiedenen Prof. Kröning besetzt worden. Für sämt⸗
liche Anstalten, zu denen auch zwei Waisenhäufer und ein Alten⸗
heim gerechnet werden, wurden 860,000 für die beiden nächsten
Jahre bewilligt. Für den Betrieb der Inneren Mission in den
nächsten beiden Jahren wurden ebenfalls 560,000 ausgesetzt; ein
besonderer Exekutivbeamter soll von der Missionsbehörde berufen
werden. In die Negermission in Baltimore, in der der von uns
abgefallene Negerpastor Phifer arbeitet, soll auch ein weißer Mis⸗
sionar berufen werden, der womöglich auch junge Negerknaben
unterrichten und für die Missionsarbeit vorbereiten soll. Die

„Judenmission soll nur durch Aussendung und Verbreitung bon

Traktaten betrieben werden. Die Synode hat eine Schuld von
ungefähr §60,000, die zunächst durch unverzinsliche Darlehen
gedeckt und dann durch Einrichtung eines besonderen Schulden⸗
tilgungsfonds nach und nach abgetragen werden soll. Bekanntlich
hatten vor etwa anderthalb Jahren Vertreter der Ohio⸗ und der
Jowasynode in Toledo, O., eine Versammlung abgehalten, auf
Die Thesen, die dort ange⸗
nommen wurden, waren eben unionistisch, und die Ohioer hatten
auch manches preisgegeben, was sie früher mit unserer Synode
gegen Jowa bekannt haben. Doch ist man inzwischen auf seiten

„Ohios bedenklich geworden, namentlich weil Jowa mit dem
Generalkonzil in Kirchengemeinschaft steht, was man freilich schon

vorher hätte wissen können. Mit dem Konzil will Ohio noch nicht
in Gemeinschaft treten, hat deshalb eine Beschlußfassung über die
ganze Sache noch hinausgeschoben. Die in dieser Angelegenheit
gefaßten Beschlüsse lauten folgendermaßen: „1. Wir bringen zur
Kenntnis, daß die einzelnen Distrikte ihrer Majorität nach mit
Ausnahme eines Distrikts, welcher einem Punkte nicht zustimmen
konnte, die Thesen von Toledo angenommen haben. 2. Um der
Stellung willen, in welcher die Synode von Jowa zum General⸗
konzil steht, sind wir, bis wir offiziell von der Jowasynode er⸗
fahren, in welchem Verhältnis dieselbe zum Generalkonzil steht,

— nicht imstande, kirchliche Gemeinschaft mit derselben aufzurichten.

3. Was die Errichtung von Gegenaltären und Reibereien auf dem
Missionsgebiet anbetrifft, so war es von jeher unser Bestreben,
dieselben zu vermeiden, und wir werden auch fernerhin in dieser
Praxis fortfahren.“ Hingegen wird die Ohiosynode fortfahren,
die Hermannsburger Mission zu unterstutzen, obwohl auch darin
ein Stück Unionismus liegt, da die Hermannsburger Mission in
einer gewissen Gemeinschaft mit der hannoverschen Landeskirche
Ein Distrikt
der Ohiosynode scheint allerdings etwas Bedenkliches auch in dieser

V
E

Sache zu sehen. Folgende Beamten wurden gewählt: als All⸗
gemeiner Präses D. Schütte, als Vizepräsides Prof. D. H. Ernst
und P. E. Böhme, als deutscher Sekretär P. Ahl, als englischer
Sekretär P. Price, als Redakteur der „Luth. Kirchenzeitung“
P. Lenski, des Lutheran Standard P. W. E. Schütte, der „Theb⸗
logischen Zeitblätter“ Prof. D. Stellhorn, des Teoιονεε⁴ον UαHa-
zine Prof. H. K. G. Dörmann. L. F.

Die erste allgemeine Konferenz deutscher Pastoren des luthe⸗
rischen Generalkonzils hat kürzlich in Rochester, N. Y., getagt.
Etwa 70 bis 80 Pastoren waren dazu erschienen. Prof. D. Späth
führte den Vorsitz, und P. D. Berkemeier war Sekretär. Der Zweck
dieser Konferenz ist, besonders die kirchlichen Interessen der Deut⸗
schen in dem überwiegend englisch gewordenen Konzil zu pflegen
und zu wahren. Demgemäß waren auch die Gegenstände der Be⸗
sprechung und Beratung lauter solche, die diesem Zwecke Rechnung
trugen. Zuerst wurde über die Gründung eines offiziellen deut⸗
schen Organs verhandelt und einstimmig der Beschluß gefaßt, das
Generalkonzil bei seiner nächsten Versammlung darum anzugehen.
Die jetzt im Konzil erscheinenden Blätter sind nämlich enweder
Privatblätter, wie das „Luth. Kirchenblatt“, oder werden nur von
einer Einzelsynode herausgegeben, wie der „Luth. Herold“ vom
New York⸗Ministerium. Ferner wurde über das Wagner⸗College
in Rochester, die einzige deutsche Vorbereitungsanstalt im General⸗
konzil für die Ausbildung deutscher Pastoren, gehandelt und diese
zu kräftiger Unterstützung empfohlen. In demselben Interesse
wurde auch geredet über das Verhältnis des Generalkonzils zum
Predigerseminar in Kropp, Deutschland, das schon die meisten sei⸗
ner Zöglinge an das Generalkonzil abgibt. Das Verhältnis soll
nun so geregelt werden, daß die Zöglinge von Kropp nach Vollen⸗
dung ihres Studiums noch ein Jahr in dem theologischen Seminar
des Konzils in Mount Airy, Philadelphia, studieren, um sich da
für das Pfarramt in Amerika vorzubereiten. Von Kropp wird
erwartet, daß es ganz den Lehrstandpunkt des Konzils einnehme,
und vom Konzil, daß es regelmäßig Kropp unterstütze. Auch diese
Angelegenheit muß erst vom Konzil selbst aufgenommen und durch
Beschluß angenommen werden. Endlich wurde noch von dem Prä⸗
ses der Manitobasynode der große Mangel an deutschen Predigern
für die nordwestlichen kanadischen Provinzen betont und der Grün⸗
dung eines deutschen Predigerseminars in jenem Landesteil das
Wort geredet. Doch wurde hierüber noch kein Beschluß gefaßt,
sondern die ganze Angelegenheit einem Komitee zur weiteren Be⸗
ratung übergeben. ö L. F.

über Maßhalten bei Kirchenbauten für Missionsgemeinden
schreibt das von der lutherischen Generalsynode herausgegebene
Monatsblatt Lutneran Oxurch Wort wahre Worte. Bekanntlich
hat die Generalsynode eine sehr reiche Kirchbaukasse und ist infolge⸗
dessen in der Lage, vielen Missionsgemeinden zur Erlangung eines
Kircheneigentums kräftige Hilfe zu leisten. Das Blatt schärft ein:
„Keine Missionsgemeinde hat es nötig, eine Kirche zu bauen, die
mehr als 53000.00 bis 54000.00 kostet. In vielen Fällen kann
man mit einer noch billigeren Kirche auskommen. Es sollte nie⸗
mals mit dem Bau einer Kirche angefangen werden, bis wenigstens
eine beträchtliche Summe durch Unterschriften an Ort und Stelle
beisammen ist. Die Missionsbehörde sollte nicht den Anfang machen

müssen. Dies sollte stets von den Leuten selbst geschehen. Die
Missionsbehörde sollte immer nur nachhelfen. Man sollte nicht
erwarten, daß die Missionsbehörde die ganzen Kosten trage, auch
nicht einmal die Hälfte, ja nicht viel mehr als ein Drittel. Die
Leute sollten selbst genug Interesse an der Sache zeigen, daß sie die
ersten Unterschriften hergeben und, wenn möglich, den Bauplatz
vabbezahlen. Man sollte nicht mit dem Bau anfangen, bis der
Bauplatz bezahlt ist. Eine Missionsgemeinde sollte nicht denken,
daß sie mit einer alten, geordneten Gemeinde wetteifern kann.
Dies ist ein Fehler. Eine nette Holzkirche, die schuldenfrei ist,

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