Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 13 › Seite 244

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 22. Juni 1915, Seite 244

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nicht aus, um die 26 hilfsbedürftigen Personen genügend zu
unterstützen, und die Kommission mußte sich an die Allgemeine
Unterstützungskasse um Zuschuß wenden. Kräftigere Unter⸗—
stützung dieser Kasse ist sehr am Platz.

Laut des Berichts des Distriktskassierers wurden in den
zwei Jahren folgende Summen im Distrikt aufgebracht: für
die Synodalkasse 58635.98, für das Missionswerk §26,694.64,
für Wohltätigkeit §16,859.36.

Doch nicht nur die Bedürfnisse des eigenen Distrikts, son⸗
dern auch die Bedürfnisse unserer ganzen Synode kamen zur
Besprechung. Der Bericht des Ehrw. Allgemeinen Vizepräses
über die Missionen der Synode zeigte, daß der schreck—
liche europäische Krieg Einfluß auf unser Missionswerk gehabt
und besonders in Indien die Tätigkeit der Missionare gelähmt
und gehindert hat. Doch ermunterte der Präses mit herzlichen
Worten die Synode, die Missionskassen sowie auch die Syn⸗
odal⸗ und Baukasse in Zukunft recht kräftig zu bedenken,
damit wir unsern Verpflichtungen nachkommen können. Einen
schönen, allen tief zu Herzen gehenden Bericht über die Neger⸗
mission, die für die nächsten zwei Jahre jährlich etwa
540,000 bedarf, legte Missionsdirektor Bakke ab.

Das Resultat der Wahl für die Beamten des Distrikts
im nächsten Triennium war folgendes: Präses: P. F. Ver⸗
wiebe; erster Vizepräses: P. J. Horst; zweiter Vizepräses:
P. Chr. Kühn; Sekretär: P. F. Ruhland; Kassierer: Herr J.
P. Schaffer; Visitator des Pittsburgh⸗Kreises: P. J. Horst;
Visitator des Baltimore⸗Kreises: P. Chr. Kühn; Visitator des
Buffalo⸗Kreises: P. A. Dallmann; Visitator des Lockport⸗
Kreises: P. W. Schmidt; Visitator des Südwest⸗Kreises:
P. H. Speckin; Visitator des Rochester⸗Kreises: P. F. Ruh⸗
land. Die neuen Kommissionen sind folgende: Innere Mis⸗
sion: die Pastoren G. Spilman und Burhenn und Herr L. Rach
aus Baltimore; Kirchbaukasse: die Pastoren Chr. Kühn und
H. Guckenberger und Herr J. Tiemeyer aus Baltimore; Stu⸗
dentenkasse: die Pastoren W. Bröcker und G. Bornmann und
die Herren J. Eversmann, W. Fischer und Held aus Pitts⸗
burgh; Unterstützungskasse: P. A. Dallmann, Lehrer Martz
und Herr Hagelberger aus Buffalo.

Vier Pastoren, sechs Lehrer und vier Gemeinden wurden
in den Synodalverband aufgenommen.

Folgende Gottesdienste wurden gehalten: Am Freitag—
abend hielt P. Th. Andree die Schulpredigt; am Sonntag⸗
vormittag predigte P. Gallmeier über das Sonntagsevange⸗
lium, und im Pastoralgottesdienst, in welchem auch das heilige
Abendmahl gefeiert wurde, predigte am Montagabend P. G.
Müller über 1 Kor. 15, 58.

Ein Gottesdienst, der freilich nicht auf dem Programm
des Präses, des P. H. H. Walker, gestanden, der sich aber
zum Glanzpunkt der ganzen Synodalversammlung gestaltete,
muß noch besonders erwähnt werden. Für den Sonntagabend
hatte Präses Walker einen englischen Gottesdienst angesetzt.
Ohne des Präses Wissen aber hatte die Synode durch ein
Komitee, bestehend aus den Pastoren Senne und Sieck, einen
Jubiläumsgottesdienst arrangiert in Anerkennung der treuen
Dienste, die Präses Walker dreißig Jahre hindurch der Synode
geleistet hat als Vizepräses und Präses, von welchem Amte er
nun aber auf seinen Wunsch befreit wurde. So wurde denn
der teure Herr Präses, statt, wie er meinte, in den englischen
Gottesdienst zu gehen, zu seiner größten Überraschung in die

wunderschön geschmückte und dicht besetzte Kirche geführt, wo
ein herrlicher Jubiläumsgottesdienst, verschönt durch Chor⸗
vorträge, abgehalten wurde. Vizepräses Senne hielt eine
Predigt über 1 Kor. 15, 10, in der er die Gnade Gottes
rühmte, die allein einen treuen Beamten und Präses tüchtig
macht. Ihm folgte Vizepräses Bröcker, der auf Grund der
Worte Jes. 52, 6. 7 in englischer Sprache zeigte, wie dieses
dreißigjährige Jubiläum Grund und Ursache sei für alle zu
dankbarer Erinnerung der Gnade Gottes und zu einer Er⸗
munterung, mit Eifer für den Ausbau des Reiches Gottes zu
arbeiten. Nach einer kurzen Ansprache des Ehrw. Allgemeinen
Vizepräses P. Brand an den Jubilar überreichte demselben
P. Sieck ein Geschenk im Namen der Pastoren und Lehrer und
Herr Tiemeyer ebenfalls ein Geschenk im Namen der Depu⸗
tierten.

Die nächste Versammlung wird, will's Gott, übers Jahr
in North Tonawanda, N. Y., stattfinden. Bis dahin vertagte
sich die Synode am Dienstagnachmittag mit dem Gesang des
Verses „JEsu, stärke deine Kinder“ und einem herzlichen Gebet,
gesprochen vom Präses. R.

Unsere Mission in Südamerika.

4.

Die folgenden Zeilen sollen kurze Auskunft über das Tier⸗
leben in Südbrasilien geben.

Droht unsern Missionaren in Südamerika Gefahr von
großen Raubtieren, welche Menschen angreifen? Nein.

Das größte und stärkste Raubtier Brasiliens ist der ge⸗
fleckte Tiger oder Jaguar. Der Zoologische Garten in Porto
Alegre besitzt ein herrliches Exemplar dieser bedeutenden Art
des Katzengeschlechts. Dieses Tier wird an Größe und Stärke
einem bengalischen Tiger wenig nachstehen. Es wurde im
Staate Rio Grande do Sul gefangen. Besonders an der
Nord⸗ und Westgrenze des Staates, an den bewaldeten Ufern
des Uruguay, kommen diese Tiere noch vor und verirren sich
von hier aus auch ins Innere des Staates. Doch geschieht
dies selten, und von einer Gefahr seitens dieser Tiere für
unsere Missionare kann nicht die Rede sein; wenigstens ist
noch niemand von uns auf Missionsreisen je einem Tiger be⸗
gegnet. So leicht greift der brasilianische Tiger auch den Men⸗
schen nicht an; er muß schon gejagt werden und gereizt sein.

Ein noch selteneres und weniger gefährliches Raubtier ist
der brasilianische Löwe oder Puma. Häufiger sind die kleineren
Tigerkatzen, die Pardel und dergleichen Raubzeug, die unter
dem Hausgeflügel der Ansiedler viel Schaden anrichten und
viel gejagt werden.

Gefährlicher als die Raubtiere sind die Gifttiere, wie
Schlangen, Spinnen, Skorpione und Tausendfüßer. Von
Giftschlangen gibt es in Südbrasilien mehrere Arten; die
schlimmsten sind die Klapperschlange und die Jararaka. Bei
der Arbeit im Feld, in schlechtgebauten Holz⸗ und Lehmhütten
und beim Feldlager auf Reisen ist man nie recht sicher vor
Schlangen und anderm giftigen Ungeziefer. Bösartige Wun⸗
den von Spinnenbissen sind nicht selten. Eine häufige Er—
scheinung auf den Waldwegen ist die häßliche, haarige, hand—
große Vogelspinne, die ihren Namen daher hat, daß sie auf
kleinere Vögel Jagd macht.

—

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