Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 13 › Seite 252

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 22. Juni 1915, Seite 252

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25²2

Versammlung unserer Synode im Jahre 1864 zu Fort Wahne
wurde er nach einem Kolloquium als Glied der Synode aufge⸗
nommen. Von der Dreieinigkeitsgemeinde in Cumberland,. Md.,
berufen, diente er ihr sechs Jahre lang und folgte dann einem
Rufe nach Harrisburg, Pa., von wo aus er auch der Gemeinde in
York die ersten Dienste leistete. Nach fünf Jahren nahm er einen
Beruf an die Gemeinde zu Norris (jetzt North Detroit), Mich.,
an, wo er nach dreizehnjähriger Wirksamkeit durch einen Schlag⸗
fluß veranlaßt wurde, sein Amt niederzulegen. Zu seiner Er⸗
holung begab er sich nach Grand Rapids, Mich. Nachdem ihm
Gott seine Gesundheit wieder verliehen hatte, bediente er eine
Landgemeinde und half dem Pastor in Grand Rapids aus. Und
da es seine Lust und Freude war, das Wort vom Kreuz verkün⸗
digen zu dürfen, hat er das auch getan, solange ihm der HErr
die dazu nötigen Kräfte schenkte und erhielt. Am 17. Juni 1898
war es ihm vergönnt, sein 50jähriges Amtsjubiläum unter großer
Beteiligung feiern zu können. Den Abend seines Lebens brachte
er bei seiner Tochter in Detroit, Mich., zu, wo ihn sein gnädiger
Gott und treuer Heiland am 23. Mai dieses Jahres mit dem
gläubigen Bekenntnis: „Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist
mein Schmuck und Ehrenkleid“ hat sanft einschlafen lassen im
Alter von 91 Jahren, 2 Monaten und 4 Tagen. Das Begräbnis
fand am 26. Mai statt. Auf Wunsch des Entschlafenen predigte
der Unterzeichnete über Ps. 16, 6: „Das Los ist mir gefallen
aufs Liebliche, mir ist ein schön Erbteil worden“ in der Kirche,
wo auch die Pastoren Hahn und Detzer redeten, ersterer in deut⸗
scher und letzterer in englischer Sprache. Sein Seelsorger,
P. Steffen, sprach im Hause über Jos. 1, 2 und amtierte am
Grabe. — Möge unser Ende werden wie das Ende unsers im
HErrn entschlafenen Vaters und Bruders! F. Dreyer.

Neue Drucksachen.

Alle an dieser Stelle angezeigten Bücher, Mufikalien, Bilder usw. kön⸗
nen durch das Concordia Publishing House, St. Louis, Mo., zu den bei⸗
gefügten Preisen bezogen werden. Wo eine andere Bezugsquelle angegeben
wird, wolle man, bitte, bemerken, ob zu besorgen, falls nicht vorrätig.

Aus der Zeit — für die Ewigkeit. Herausgegeben von O. H. Th.
Willkomm. Heft 1. Zwickau. Verlag und Druck von J.
Herrmann. 66 Seiten 5½ ½. Preis: 10 Cts. Zu beziehen
vom Concordia Publishing House.

Dieses Heft enthält den Lesestoff aus dem „Hausfreund⸗Kalender“ für
1913, und wie wir den Kalender selbst bei jeder Gelegenheit empfohlen
haben, so empfehlen wir auch diesen Sonderdruck mit seinen lehrreichen
und nützlichen Artikeln, aus denen wir die drei: „Vom Wunder“, „Ein
Tag in der lutherischen Auswanderermission“, „Der deutsche Patriot Ernst
Moritz Arndt“ besonders herausheben. L. F.

Durch Not und Tod zum Sieg. — Kriegsflugblätter.
Schriftenverein.

Unter diesen beiden Titeln läßt der Schriftenverein unserer europäi⸗
schen freikirchlichen Glaubensgenossen sehr billige volkstümliche Schriften
erscheinen, die zwar besonders für solche, die vom Weltkrieg betroffen sind,
bestimmt sind, die aber auch hierzulande mit Interesse und Segen gelesen
werden können. Die erste Sammlung enthält unter anderm eine Predigt
von P. Amling über „Unser Misfionswerk in Kriegszeiten“ und eine Be⸗
trachtung über „Haltet an am Gebet!“ von P. R. Kern, in einer Kriegs⸗
betstunde gehalten. Die „Kriegsflugblätter“ stellen unter anderm dar:
„Was sagt der HErr IEsus vom Krieg?“ „Von falschem und rechtem
Trost.“ „Durch seine Wunden sind wir geheilet.“ — Schon früher sind
erschienen und aus Versehen nicht zur Anzeige gekommen zwei Abdrucke
aus der „Ev.⸗Luth. Freikirche“: „Ist der Jesuitenorden staatsgefährlich?“
von P. K. Hempfing und „Zeitströmungen“ von Präses J. Kunstmann
„Monismus, Sozialismus, Liberalismus, Enthufiasmus, Positivismus
im Lichte der Heiligen Schrift“). Auch diese Schriften sind sehr empfeh⸗
lenswert und wie die vorhergenannten um ein paar Cents zu haben.

L. F.

Zwickau.

Füllsteine oder: Deutsche Lesestücke für die Oberklasse. Gesammelt und
mit einem Anhang versehen von Fr. Meyer, 404 Thomas Ave.,
Milwaukee, Wis. 93 Seiten 4½6 ½½, in Leinwand gebunden.
Preis: 30 Cts.

Der Zweck dieses Büchleins ist, ein Ergänzungslesebuch für den Schul⸗
unterricht im Deutschen zu sein und dadurch den Notbehelf der Kinder⸗
blätter und Jugendschriften zu beseitigen. Daß ein Bedürfnis für ein
solches Buch vorliegt, hat der Verfasser, ein früherer Pastor unserer Synode
und jetziger Schulmann in Milwaukee, durch eine Rundfrage bei etlichen
hundert Lehrern festgestellt, und er hat, soweit wir in einer solchen päda⸗
gogischen Sache urteilen können, seine Aufgabe gut gelöst. Besonders ge⸗
fällt es uns, daß er gesammelt, aus den Schriften guter, volkstüm⸗
licher Schriftsteller gesammelt und nicht die Stücke selbst verfaßt hat.
Das ist zwar keine besonders in die Augen fallende, aber für den Zweck
gewiß eine weit empfehlenswertere und verdienstlichere Arbeit. Der An⸗
hang bietet ein Wörterverzeichnis, um der immer mehr überhandnehmen⸗
den Wortarmut der deutsch-englischen Schüler entgegenzukommen. Wir
machen besonders die Oberlehrer an unsern Schulen auf das Buch auf⸗
merksam. L. F.

Sonnenkinds Ehejahre. Von Margarete Nicolaus. Mit Bil⸗
dern und Vignetten. Dresden. Verlag von C. L. Ungelenk. 27⁰
Seiten 547, in Pappband gebunden. Preis: M. 3.20; Kattun⸗
band: M. 3.60.

Vor mehr als einem Jahre erschien der erste Teil dieser Lebensgeschichte
unter dem Titel „Sonnenkind. Eine Familiengeschichte aus der Mitte des
19. Jahrhunderts. Kindheit und Jugend“, den wir warm empfehlen konn⸗
ten; vgl. „Lutheraner“ 70, S. 228. Ebensogut, wenn nicht noch besser, hat
uns dieser zweite Teil gefallen, und wir geben ihm dieselbe Empfehlung mit
auf den Weg. Wir wiederholen, daß eine Dresdnerin hier ihre Familien⸗
geschichte auf Grund wahrer Erlebnisse, aber unter Verwendung von Deck⸗
namen erzählt. Ein seltener Reiz durchzieht die ganze Erzählung, in der
alles schlicht und einfach und wahrheitsgetreu dargestellt wird, lauter ge⸗
sunde Wirklichkeit, ohne aufregende Schilderung, aber überall ein warmer
poetischer Hauch. Freunde solcher Erzählungsweise, Leserinnen von unver⸗
dorbenem Geschmack, werden sich an solcher vorzüglichen Unterhaltungs⸗
literatur erfreuen. L. F.

Vierzig Jahre in Indien. Erinnerungen eines alten Missionars. Von
Wörrlein, Missionssuperintendent a. D. Hermannsburg.
Verlag der Missionshandlung. 263 Seiten 5½8 ½, kartoniert.

Preis: M. 3.60.

Der Verfasser dieses Buches war von 1861 bis 1911 Missionar der
Hermannsburger Mission unter den Telugus in Indien, einem Nachbar⸗
volke der Tamulen, unter denen unsere Synode arbeitet. Die letzten Jahre
bekleidete er das Amt eines Missionssuperintendenten, bis er in den Ruhe⸗
stand trat. Aber durch Wort und Schrift ist er immer noch tätig für das
Missionswerk. Sein interessantes Buch ist keine schwere Lektüre, sondern
durchweg im leichten Erzählerton gehalten und trägt vom Anfang bis zum
Ende die persönliche Note, ist aber gerade dadurch recht geeignet, mit Land
und Leuten, mit dem Missionswerk und der Geschichte der Hermannsburger
Mission in Indien bekannt zu machen. Es ist eine Art Lebensgeschichte.
Das Werk ist mit 68 Abbildungen und einer Karte des Missionsgebiets
ausgestattet. L. F.

Ordinationen und Einführungen.

Im Auftrag der betreffenden Distriktspräsides wurden ordiniert
und eingeführt:

Am Pfingstmontag: Kand. C. P. Rohloff in seiner Gemeinde bei
Cupar, Sask., von P. O. Renner.

Am 1. Sonnt. n. Trin.: Kand. P. Nau in seiner Gemeinde bei Or⸗
lando, Okla., von P. P. B. Fritsche. — Kand. A. R. Potrafke in der
Immanuelsgemeinde zu Gowanda, N. V., unter Assistenz P. Klaholds von
P. E. G. Hahn.

Am 2. Sonnt. n. Trin.: Kand. P. Heckel als Hilfspastor an der
St. Matthäusgemeinde zu New Vork, N. V., unter Assistenz der PP.
Renz, Schönfeld, König, Kretzmann, Körber, Reßmeyer und Dir. Feths
von P. O. Sieker.

Im Auftrag der betreffenden Distriktspräsides wurden eingeführt:

Am Sonnt. Quasimodogeniti:
zu Perry, Okla., von P. P. B. Fritsche.

Am Sonnt. Rogate: P. W. G. Rühle in der St. Johannisgemeinde
zu Oxnard, Cal., von P. O. Zimmermann.

Am Trinitatissonntag: P. C. P. Rohloff in seiner Gemeinde bei
Lipton, Sask., von P. O. Renner. — P. E. Firnhaber in der Parochie

P. W. C. Klaus in seiner Gemeinde

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