Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 10 › Seite 177

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 9. Mai 1916, Seite 177

177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192

Scan: from a 2009 DVD; the same scans are on the Internet Archive as DerLutheraner72_partial. Selected pages only: not every page of this year is held.

⤓ Download page image (full resolution)

German transcription machine transcription, uncorrected

⤓ Download .txt · copy text

— —

2— 2*
und ich sahe tinen Engel N
liegen mitien durch den E

1

Himmei, der hatte ein ewig
CEvangelium, zu verkündigen
denen, die auf Erden siden
und wohnen, und allen Hei⸗
den, und Geschlechtern, und
Sprachen, und Völkern, und
sprach mil groher Slimme:
Kürchter Golt, und geben
ihm die Chre; denn die-Zeit
Hseines Gerichts ist kommen,
und betel an den, der gemacht
hat Himmel, und Erde, und
Meer, und die Wasser⸗

Herausgegeben von der Beutschen Evangelisch⸗Lutherischen Zynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkolleginm des theologischen Seminars in St. Louis.

———

72. Jahrgang.

St. Louis, Mo., den 9. Mai

1916. Nr. 10.

—
—

Reisebericht.

Dampfer „Vasari“, 20. April 1916.

Da ich in einigen Tagen, will's Gott, in New York lan⸗
den werde, so statte ich hiermit den Synodalgliedern zunächst
einen kurzen Bericht ab über meine Reise nach Südamerika.
Bei den diesjährigen Synodalsitzungen werden dann weitere
Mitteilungen über unsere Arbeit in Brasilien und Argentinien
erfolgen.

Ich verließ am 22. Januar New York und erreichte am
9. Februar nach ruhiger Fahrt Rio de Janeiro. Von hier fuhr
ich noch am selben Abend nach Sao Paulo, wo ich eine Glau⸗
bensgenossin aus Chicago besuchte und mit Wort und Sakra⸗
ment bediente. Von Sao Paulo wollte ich über Land nach
Porto Alegre reisen, um unterwegs unser nordwestliches Mis—
sionsfeld in Brasilien zu besuchen; da jedoch die Bahnverbin⸗
dung schlecht war, so fuhr ich am nächsten Morgen nach der
Hafenstadt Santos, bestieg daselbst einen Küstendampfer und
kam am 17. Februar in Porto Alegre an. Hier hatte ich
vierzehn Tage Arbeit. Die Kommissionen des Distrikts stellten
sich ein. Wir ordneten das Kassenwesen, berieten die Pflege
unserer Mission und unsers Seminars, machten Regulative und
besorgten die nötige Vorarbeit für die Synode. Sonntags be⸗
suchte ich benachbarte Gemeinden und hielt in denselben Visi—
tationen ab.

Am 3. März reiste ich in das Innere des Staates Rio
Grande do Sul, und zwar zunächst in unser westliches Gebiet
am Toropyfluß, mitten in der Serra, wo ich drei Pastoren mit
mihren Gemeinden besuchte. Es geschah dies im Sattel. Ich
bekam einen Einblick in die Mühsale und Strapazen, die unsere
Pastoren durchzumachen haben. Sie stehen in einem schweren
Dienst, leben dabei von der Außenwelt abgeschlossen und haben
mit schwierigen Gemeindeverhältnissen zu kämpfen. Unsern
Pastoren, die in Südamerika ausharren, sind wir ebensowohl
wie den Missionaren in Indien einen Heimatsurlaub schuldig.
Auch müssen wir darauf sehen, daß sie nicht auch noch mit

—

Sorgen der Nahrung angefochten werden noch auf den Ge⸗
danken kommen, sie seien von der Mutterkirche in Nordamerika
abgeschnitten.

Von Toropy aus wandte ich mich dann nordwestlich und
lernte unser dortiges Missionsfeld kennen. Hier haben unsere
Pastoren sich nicht mit solch verknöcherten Verhältnissen zu
plagen wie in den alten Kolonien, und so erblüht in Jjuhy,
am Guarany und im Erechimgebiet ein gesundes kirchliches
Leben. Während des Gottesdienstes in der Gemeinde zu Jjuhy
glaubte ich mich in eine wohlgeordnete große Landgemeinde
Nordamerikas versetzt. Auch fand ich am Montagmorgen die
Gemeindeschule ganz besetzt mit munteren Kindern.

Vom 16. bis zum 21. März war Synode in Sitio in⸗
mitten der gastlichen Gemeinde P. G. Lehenbauers. Sie war
ausgezeichnet besucht. Nur wenige Pastoren fehlten. Die Brü⸗
der hatten fast alle weite und beschwerliche Reisen zur Synode zu
machen. Die Brüder aus Argentinien mußten vier Tage mit
der Bahn fahren, die von Pelotas erst mit einem Dampfer,
dann mit der Bahn, andere tagelang im Wagen. Ein Bruder
hatte sechs Tage im Sattel gesessen, begrüßte uns aber, als er
vorm Pfarrhause vom Maulesel abstieg, so frisch und wohl—
gemut, als habe er nur einen kurzen Spazierritt hinter sich.
— Die Synodalzeit wurde gut ausgekauft. Wir waren alle
in unmittelbarer Nähe der Kirche einquartiert. Jeden Tag
hatten wir drei lange Sitzungen, und auch in den Pausen wur⸗
den kirchliche Fragen besprochen. Über die Verhandlungen wird
P. Pennekamp in Bälde im „Lutheraner“ berichten. Hier sei
nur bemerkt, daß jedes einzelne Missionsfeld gründlich besehen,
und daß ausführlich darüber beraten wurde, wie Schäden und
Mängel beseitigt, und mehr und mehr gesunde Gemeindever⸗
hältnisse angestrebt werden können. Alle Aussprachen waren
freimütig, das Zusammensein überaus lieblich und das Abschied⸗
nehmen nach den Synodaltagen sehr schmerzlich. Gott hat uns
in Südamerika treffliche Arbeiter geschenkt, die willig sind, um
Christi willen allerlei Ungemach zu tragen.

Ich schloß mich nun den argentinischen Brüdern an. Mein

English translation

Not yet translated.