Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 10 › Seite 184
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 9. Mai 1916, Seite 184
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Straßenlärm und der Straßenbahnverkehr machten das Un—
terrichten fast unmöglich. So sah sich die Gemeinde nach einem
ruhigen und stillen Platz um, der ihr auf die große Summe von
522,000 zu stehen kam. Hier erbaute sie im Jahre 1914 die
im Bilde dargestellte große und schöne Schule. Zwar ist der
Bau einfach und schmucklos gehalten, aber alles ist höchst prak⸗
tisch und nutzbringend eingerichtet. Der Bau ist aus braunen,
rauhen Backsteinen aufgeführt, 125 Fuß lang und 106 Fuß
breit. Ein schöner, großer Spielraum für die Kinder um—
gibt ihn.
Treten wir durch einen der drei großen Eingänge in die
geräumigen Hallen ein, so finden wir im ersten Stockwerk drei
große Schulzimmer 40437 mit den nötigen, doppelten Kleider⸗
zimmern vor. Manche der Schulzimmer sind für einen Grad,
andere für zwei Grade eingerichtet. In der Mitte des Ge—
bäudes, durch zwei Stockwerke hindurch, ist die große, schöne
Aula, 50472. In diesem Saal können 800 bis 900 Per—
sonen Platz finden. Auf der Empore ist ein feuerfester Raum
Immanuelsschule, Milwaukee, Wis.
für die Maschinen zu Lichtbildervorträgen. An die große Halle
schließt sich die Versammlungshalle nebst Küche für den Frauen—
verein an. Im zweiten Stockwerk finden wir vier weitere
größere und kleinere Schulzimmer, von denen eins gegen—
wärtig als Konfirmanden⸗ und Musikzimmer benutzt wird.
Außer den Waschzimmern für Lehrer und Lehrerinnen ist hier
das Konferenzzimmer für die Lehrer und deren Bibliothek.
Alle Schulzimmer sind mit viel Licht und frischer Luft versorgt
und modern und praktisch eingerichtet.
Im Erdgeschoß schließen sich an die beiden breiten Treppen
rechts und links zwei Spielsäle, in welchen die Kinder bei un⸗
günstigem Wetter und in der Freizeit sich aufhalten, mit den
nötigen Waschräumen an. Unter der großen Halle treten wir
in einen geräumigen Saal, in welchem vier Kegelbahnen,
allerlei Turnapparate und Spieltische sich befinden. In diesem
Raum versammelt sich jeden Abend jung und alt zu geselligem
Spiel und sonstiger Unterhaltung. Links von diesem Saal hat
der Jünglings⸗ und rechts der Jungfrauenverein sein Zimmer
mit allerlei Gegenständen zur Unterhaltung, einer Bibliothek
und den nötigen Waschzimmern. In einem besonderen, feuer—
festen Raum befindet sich die Heizung sowie der Apparat für
Vakuumreinigung und Lichterzeugung. Alle Zimmer sind mit
elektrischem Licht versehen und werden mittels des Vakuum—
Reinigungssystems gereinigt. Unsere Immanuelsschule ist eine
der besteingerichteten Schulen der ganzen Stadt.
Doch das alles ist nicht die Hauptsache. 328 Kinder wer⸗
den, in acht Graden verteilt, von vier Lehrern und zwei Lehre⸗
rinnen in allen nötigen weltlichen Fächern, aber vor allen
Dingen im Wort Gottes unterrichtet und zum Weg der Selig⸗
keit angehalten. In den weltlichen Fächern erhalten die Schüler
ein von der städtischen Schulbehörde anerkanntes Diplom und
gehen damit in die städtischen Hochschulen; am liebsten jedoch
sehen wir sie unsere liebe lutherische Hochschule besuchen.
Unsere Immanuelsgemeinde hat es an nichts mangeln
lassen, um das Nest zu bauen, da sie ihre Jungen hecken und
pflegen kann mit dem einen, das not ist, mit deni seligmachenden
Wort Gottes. Mit großen Opfern ist dies Werk errichtet, ein
Denkmal der Liebe zu dem, der da gesagt hat: „Hast du mich
lieb, so weide meine Lämmer.“ Möge Gottes Segen zum
ewigen Leben ruhen auf Lehrern und Schülern in unserer
lieben Immanuelsschule zu Milwaukee! C. F. D.
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Man ist an der Arbeit.
Ja, man ist an der Arbeit. Das Werk ist im Gange. Ein
reges Interesse tritt in den vielen Zuschriften, die an das
Zentralkomitee für das Reformationsjubiläum 1917 in den
letzten Wochen gerichtet worden sind, zutage.
Zum Teil enthalten diese Zuschriften Mitteilungen über
die Vorbereitungen für das Fest, die von seiten einzelner Ge⸗
meinden oder auch von seiten ganzer Gruppen von Gemeinden
schon getroffen worden sind. In der Stadt New York hat man
schon zwei Versammlungen von Vertretern unserer Gemeinden
abgehalten, in denen über Programme, Datum und Ort einer
großen gemeinschaftlichen Feier, etwa im Madison Square
Garden, beraten wurde. Ein beachtenswerter Wink ist in dem
Beschluß enthalten: „Daß alle unsere Gemeinden ersucht
werden, vorbereitende Versammlungen und Festlichkeiten in
ihren eigenen Kreisen abzuhalten, die darauf hinzielen sollen,
das Interesse an der großen gemeinschaftlichen Feier zu er⸗
wecken.“ Auch unsere Gemeinden in Fort Wayne und Um⸗
gegend haben schon in der Gründung eines Exekutivkomitees
für die Jubelfeier, bestehend aus drei Pastoren, drei Lehrern
und drei Gemeindegliedern, die ersten vorbereitenden Schritte
getan. Der Vorsitzer des Komitees schreibt: „Die Aussprachen
lauteten einstimmig dahin, daß eine Million das Minimum
für die Jubelkollekte sein sollte.“ (Hierzu siehe unten, 6.)
Zum Teil enthalten die bei uns eingelaufenen Zuschriften
vielfach auch Anfragen, die sich auf die Feier im Jahre 1917
beziehen. Die meisten dieser Anfragen sind derart, daß durch
ihre Beantwortung wohl auch andern als den Fragestellern ein
Dienst geleistet werden könnte. Wir gehen daher an dieser
Stelle auf einige Sachen ein, über die von dieser oder jener
Seite nähere Mitteilung erwünscht wird.
1. Jubiläumsschriften.
Zwei Denkschriften, eine in deutscher, die andere in eng—
lischer Sprache, sind in Vorbereitung und werden noch diesen
Herbst auf den Markt kommen. Außerdem ist eine neue Aus⸗- 3
gabe des Lutherbuchs von G. Just geplant. Andere kurze
Schriften und Traktate, in denen die Segnungen der Refor—
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