Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 10 › Seite 183

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 9. Mai 1916, Seite 183

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EE Den „Hutheraneds

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Pastoren, Evangelisten, Katecheten, Lehrer. Es handelte sich
vor allen Dingen darum, die Ziele recht ins Auge zu fassen
und sich auf einen ausführbaren Plan zu einigen; denn wegen
der Größe und Schwierigkeit dieses Werkes wird es voraussicht⸗
lich noch lange danern, bis sich dieser Plan ganz verwirklichen
läßt. Ein Anfang ist ja schon geniacht. Der Leser erinnert
sich, daß in Nagercoil bereits ein größeres Institut zur Aus⸗
bildung eingeborner Missionsdiener besteht, und daß in Ambur
16 Knaben und Jünglinge, die in einer Kostschule untergebracht
sind, neben dem Unterricht in unserer dortigen Missionsschule
noch Spezialunterricht empfangen, der sie befähigen soll, in
den Dienst der Mission zu treten. Doch das ist nur der An—
fang; wir brauchen mehr eingeborne Arbeiter, viel mehr!
Hatten doch im Jahre 1914, als unsere Mission etwa 50 ein—
geborne Gehilfen zählte, andere, viel größere Missionen deren
300 bis 400 oder niehr, während sie in der Zahl ihrer ordi⸗
nierten Missionare unserer Mission nicht voraus waren.

Von zwei Arbeiten über die Ausbildung der tamulischen
Kirchensprache konnte leider nur die erste, die sich mehr mit
der Entwicklung der Kirchensprache im allgenieinen befaßte,
verlesen werden. Auch diese Sache ist wichtig; denn es han⸗
delt sich nicht nur darum, den Tamulen in ihrer Sprache zu
predigen, sondern auch darum, idiomatisch richtig, das heißt,
der Eigenart der Sprache angepaßt, zu predigen und für die
christlichen Begriffe und Gedanken die passendsten und schönsten
Ausdrücke zu finden. Hierin haben wohl die Missionare der
Halleschen und der Leipziger Mission längst Pionierdienste ge—
leistet und die Hauptarbeit getan; immerhin aber erfordert
diese Sache Studium von allen Missionaren, die sich der tamu—
lischen Sprache bedienen wollen.

Der Bericht über das Bergheim zeigte, daß diese Er—
holungsstation in gutem Zustand ist, und daß sie ihren Zweck,
den Kranken, den Kindern und allen von der Arbeit in der
sonnendurchglühten Ebene Erschöpften Erquickung und Stär—
kung zu gewähren, wieder aufs beste erfüllt hat. Die Kon—
ferenz unterstützte den Vorschlag des „Bergheimrats“, durch
einen kleinen Anbau an Dunmere“ dieses geräumigste bunga—
„low so zu vergrößern, daß es zwei Familien Unterkunft ge—
währen kann.

Während die Konferenz in Sitzung war, kam die traurige
Kunde, daß Herr und Frau Lorey, die ihre Heimat verlassen
hatten, um das Bergheim zu verwalten und sich dem Unter—
richt der Missionarskinder zu widmen, trotz aller Bemühungen
der amerikanischen Beamten von der Landung in Indien aus—
geschlossen worden sind und die Rückreise nach den Vereinigten
Staaten antreten müssen.

Das Komitee über ärztliche Mission legte der Konferenz
einen Bericht über die Tätigkeit der Missionskrankenpflegerin
vor. Die Konferenz konnte nur bedeuern, daß sich noch immer
kein Missionsarzt gefunden hat, und daß das Werk der ärzt⸗—
lichen Mission, ein allgemein anerkannter und durch die Er—
fahrung vollauf gerechtfertigter Zweig der Missionsarbeit, nicht
weiter gediehen ist. So ist naturgemäß auch der Wirkungs—
kreis der Krankenpflegerin ein beschränkter; er wird sich erst
mit dem Eintreffen des ersehnten Arztes erweitern. Inzwischen
aber hält Fräulein Ellerman tapfer auf ihrer einsamen Station
in Barugur aus und leistet mit ihrer Apotheke den Eingebornen,
die in Scharen zu ihr kommen, wertvolle Dienste.

Eine ganze Reihe von Geschäften blieb wegen Mangels an

Zeit unerledigt und wurde bis zur nächsten Konferenz, die vor—
aussichtlich im Herbst dieses Jahres in Travancore stattfinden
wird, Komiteen zur Beratung übergeben, so zum Beispiel die
Stellung von Laienarbeitern und weiblichen Arbeitern in der
Mission, unser Verhältnis zu andern Missionen, die Vorberei—

tungen zu einer würdigen Feier des Reformationsfestes im

Jubeljahr 1917 und andere mehr.

Missionar G. Nauman wurde zum Allgemeinen Sekretär
und Korrespondenten erwählt.

Am Konferenzsonntag wurde morgens ein deutscher Got⸗
tesdienst mit Feier des heiligen Abendmahls abgehalten, in
welchem Missionar E. Ludwig predigte, und Missionar R. Görß
die Beichtrede hielt. Im tamulischen Gottesdienst, der nach—
mittags stattfand, hielten die Missionare A. Lutz und R. Görß
Predigten. Diese Predigten waren zugleich ein Teil des tamu⸗
lischen Examens, das von den beiden Genannten erfolgreich
bestanden wurde.

Und was ist nun über den Bestand und die Aussichten
unserer Mission zu sagen? Nach dem Bericht über Heiden⸗
mission, der sich in dem Bericht der Delegatensynode von 1905
findet, zählte die Mission damals 4 Missionare und 38 ein—
geborne Christen. Der Bericht für 1914 weist 14 Missionare,
807 eingeborne Christen und 1584 Katechumenen (Taufbewer⸗
ber) auf. Jeder kann leicht ausrechnen, wohin uns ein ähn⸗
liches Wachstum im nächsten Jahrzehnt bringen würde. Dürfen
wir ein solches Wachstum erhoffen? Wenn die Erfahrungen
anderer Missionen irgendwie maßgebend sind, dürfen wir ein
solches Wachstum zuwersichtlich erwarten. Kleine Anfänge, ge⸗
ringer Fortschritt durch lange Jahre, dann aber ein oft er—
staunliches Wachsen und Umsichgreifen: das scheint so die Regel
bei der Missionsarbeit in Indien zu sein. Große, blühende
Missionen, zehnmal größer als unsere, haben in den ersten
25 Jahren ihres Bestehens buchstäblich mehr Missionare be—
graben, als sie Heiden getauft haben. Wir haben schon nach
zwanzigjähriger Arbeit schöne Erfolge zu verzeichnen. Die
eine Klage, die jetzt in Berichten, auf Konferenzen, in Proto—
kollen immer wiederkehrt, ist diese: Hätten wir nur mehr
Arbeiter! Sollte nicht in unserer Synode die Heidenmission
bald mehr in den Vordergrund des Interesses gerückt werden,
zumal jetzt, da nach Ausschaltung der deutschländischen Mis—
sionen unsere Mission die einzige größere lutherische Mission ist,
die unter den 16 Millionen Tamulen arbeitet? Gott gebe, daß
von den 100 Predigtamtskandidaten, die jetzt alljährlich von
unsern Anstalten ins Amt treten, immer mehr sich bereitfinden
lassen, ihrem HErrn auch im Heidenland zu dienen, wenn er
sie dahin ruft! Heinrich Hamann.

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Immannelsschnule in Milwaukee, Wis.

Die Ev.-Luth. Immanuelsschule, welche das Bild zeigt, ist
ein Zeugnis für die Glieder der Ev.-Luth. Immanuelsgemeinde
zu Milwankee, daß sie ein Herz haben für christliche Gemeinde⸗
schulen. Es ist schon die dritte Gemeindeschule, welche die Ge—
meinde seit ihrem bald fünfzigjährigen Bestehen gebaut hat.
Zwar war die frühere Schule auch noch ein stattliches Gebäude.
Aber die Lage desselben an der Kreuzung zweier Hauptstraßen
niit zwei Straßenbahnen und sehr viel Verkehr machte es für
die Kinder gefährlich, dorthin zur Schule zu gehen. Der

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