Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 10 › Seite 185
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 9. Mai 1916, Seite 185
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8S Ner „Dutheraneb 18⁵
5 mation behandelt werden, sollen im Frühjahr 1917 auf den
4 Markt kommen. Daß ein deutsches, ein englisches und ein
weisprachiges Programm für eine Kinderfeier in der Arbeit
E sind, hat der „Lutheraner“ schon vor einigen Wochen gemeldet.
Das Komitee wiederholt die dort ausgesprochene Bitte, daß
+ solche, die gutes Deklamationsmaterial für diesen Zweck vor—
rätig haben, es den mit diesem Programm Beauftragten (siehe
E„Lutheraner“, S. 141) leihweise überlassen wollen.
2. Denkmünze.
Die Wahl passender Zeichnungen und Inschriften für eine
Denkmünze auf das Jubeljahr 1917 ist getroffen worden. Die
Absicht ist, diese Denkmünze in zwei Qualitäten, Bronze und
Silber, prägen zu lassen. Unser Verlagshaus übernimmt den
Vertrieb derselben und ist schon jetzt in Unterhandlung mit be—
deutenden Produzenten von Medaillen.
3. Lichtbilder.
Das Komitee ist damit beschäftigt, Vorlagen für eine
Lichtbilderserie zu sammeln. Besonders auch in dieser Sache
kann durch passende Ratschläge dem Komitee für Lichtbilder,
dessen Vormann P. R. Jesse von St. Louis ist, ein schätzens⸗
wverrter Dienst geleistet werden.
4. Traktate.
Die Bestellungen auf deutsche Traktate sind in den letzten
Wochen von etwa 150,000 auf etwa 170,000 angewachsen.
Drei englische Traktate sind in Auflagen von je 77,500 zum
Versand gekommen. Insgesamt sind bis jetzt 572,500 Trak—
ate versandt worden. Ein dritter deutscher Traktat ist in
Vorbereitung. Diese Traktate behandeln den Zweck, dem unsere
Jubelkollekte dienen soll, und werden durch unsern Verlag frei
geliefert. Es sind bis jetzt auf geschehene Anfrage hin 360,000
Kuverte frei versandt worden, eine Zahl, die alle gehegten Hoff—
nungen weit übertrifft. Eine Gemeinde hat 30,000 Kuverte
bestellt. Sie hat eine wöchentliche Kollekte für den Jubiläums—
fonds eingerichtet. Andere Gemeinden bestellen 1800, 1500,
500 Kuverte. In manchen Kirchen sieht man von dem Ge—
brauch der Kuverte ab, erhebt aber jeden Sonntag eine
Kollekte an der Tür. Man ist an der Arbeit.
5. Die Jubilänmsgabe unserer Schuljugend.
Für das Einsammeln der Opfer unserer Schuljugend stellt
das Komitee kleine hölzerne Sparbanken in beliebiger Anzahl
frei zur Verfügung. Ein besonderes Zirkular gibt in dieser
Sache genaue Auskunft. Man wende sich an P. A. Dörffler,
2127 Fair Ave., St. Louis, Mo.
4 6. Welches Ziel ist für die Jubiläumskollekte gesetzt?
ö Auf diese Frage läßt sich nur antworten mit einem Hin⸗
weis auf den Synodalbeschluß, der die Frage nach der Höhe
der Summe, die sich die Synode als Ziel setzen sollte, offen ge—
lassen hat. Das Komitee versucht, sich genau in den Grenzen
zu halten, die von der Delegatensynode im Jahre 1914 für
dieses Unternehmen gezogen worden sind, macht daher auch
in der hier berührten Sache keinerlei Vorschläge oder Emp—
fehlungen.
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7. Qnittierung der Kollekten.
* Das Zentralkomitee ersucht alle Einsammler von Geldern,
sowohl den Namen des Pastors als auch den der Gemeinde
jedesmal bei Einsendung des betreffenden Betrags dem Di⸗
striktskassierer zu melden. Auch macht das Komitee auf die
im „Lutheraner“ schon mehrmals veröffentlichte Bitte aufmerk⸗
sam, daß jede Gemeinde nicht erst nach dem Jubiläum, sondern
schon vorher, etwa in Zwischenräumen von drei Monaten, ihre
Kollekten für den Jubiläumsfonds an den betreffenden Distrikts⸗
kassierer abschicken wolle, wie ein Distrikt dies bereits seinen Ge⸗
meinden empfohlen hat, und was auch in andern Teilen der
Synode von seiten mancher Gemeinden geschieht.
Das Zentralkomitee.
Zur kirchlichen Chronik.
„Wende ab Krieg!“ So beten wir ja im sonntäglichen
Kirchengebet. Während wir sonst bei dem Gebet: „Wende ab
schädliches Ungewitter, Mißwachs, Teurung, Krieg, Feuers⸗ und
Wassersnot und andere Plagen!“ bei der Reihe von Plagen, um
deren Abwendung wir baten, wohl am wenigsten Nachdruck auf
die Plage des Krieges legten, ist es in den letzten Zeiten gerade
diese Plage, die uns wie ein Schreckensgespenst vor Augen steht,
und um deren Abwendung wir den Vater im Himmel anrufen.
Und gerade in diesen Tagen haben wir allen Grund, unsern all⸗
mächtigen Gott so anzuschreien und ihm mit der Bitte in den
Ohren zu liegen. Wie unsere Leser ja aus den Zeitungen wissen,
ballen sich gerade jetzt die fürchterlichen Gewitterwolken eines
drohenden Krieges über unserm Lande zusammen. Abgesehen
davon, daß schier die ganze Welt im Kriegsbrand steht, und daß
nun jede Nation wie ein Pulverfaß dasteht, in welches jederzeit
der unheilbringende Funke fliegen und so das entsetzliche Unglück
bringen kann, so scheinen in unserm Lande unheimliche Einflüsse
an der Arbeit zu sein, die es mit Gewalt dahin treiben wollen,
daß auch wir in den Krieg verwickelt werden sollen und müssen.
Krieg ist ja immer eine furchtbare Plage. Aber wenn es sich etwa
um einen gerechten Verteidigungskrieg handelte, da unser Volk
frevelhafterweise von außen angegriffen würde, da würden alle
wehrhaften Männer mit fröhlichem Herzen und gutem Gewissen
aus Liebe zum Vaterlande zu den Waffen greifen. Es würde da
ein einig Volk in den Kampf ziehen, von einem gnädigen und
gerechten Gott den Sieg für die amerikanischen Waffen erbitten
und darüber leiden, was Gott dann auflegen würde. Aber in
diesem Falle würde ein großer Teil unsers Volkes und gewiß die
große Mehrzahl unserer Leser nicht die überzeugung gewinnen
können, daß es sich um einen notwendigen und gerechten Krieg
handelte. Sollte es zum Kriege kommen, so würde das viel Ge⸗
wissensnot verursachen. Und zusammengesetzt wie unser Volk ist
aus allen Nationen Europas, so läßt sich erwarten, daß im
Kriegsfalle der äußere Krieg selbst ein geringes übel sein würde
im Vergleich zu der Entzweiung und dem möglichen Blutver—
gießen im eigenen Lande. Kurz, der Gedanke an die Wirklichkeit
des jetzt drohenden Krieges führt uns ein Bild vor Augen, an das
man nicht denken mag. Da sollen wir ja als Bürger alles tun,
was wir tun können, dieses schreckliche Unheil von unserm teuren
Lande fernzuhalten. Das geht uns an. Wir sollen etwas tun,
und wir können etwas tun. Wir sind hier ja nicht zu Gaste in
einem fremden Lande, sondern wir sind Bürger in Amerika. Und
unsere Regierung ist ja nicht eine absolute Monarchie, in der wir
Bürger nichts zu sagen hätten, sondern der Wille und die Launen
eines Alleinherrschers Gesetz wären. In unserm Lande ist viel—
mehr die höchste Autorität das Volk selbst und der ausgesprochene
Volkswille. Nun ist ja aus unsern Kreisen und überhaupt von
den Deutschamerikanern schon manch eine Kundgebung an unsere
Vertreter in der Regierung ergangen. Und falls es, bis diese
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