Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 12 › Seite 220
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 6. Juni 1916, Seite 220
Scan: from a 2009 DVD; the same scans are on the Internet Archive as DerLutheraner72_partial. Selected pages only: not every page of this year is held.
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
220
85 Dr Vutßerane
72
*
Schließlich sei bemerkt, daß das Gute und Anerkennens⸗
werte unserer Schulen die Mängel derselben weit überwiegt.
Viele Eltern haben ihre Christenpflicht erkannt und die Kosten
nicht gescheut, auf dem Wege der Gemeindeschule ihren Kindern
eine christliche Erziehung zu geben. An unsern Schulen haben
in den vergangenen Jahren viele Männer gestanden, denen das
Christentum ein rechter Ernst war, und die mit großer Liebe,
Fähigkeit und Geschick ihrem Schulamt vorstanden. Aus unsern
Schulen sind viele Leute hervorgegangen, die heute in unsern
Gemeinden eifrige Glieder sind, und viele, die auch im bürger—
lichen und geschäftlichen Leben vor vielen andern sich aus⸗
zeichnen.
Danken wir Gott für unsere Gemeindeschulen, und bitten
wir ihn, daß er nicht unserer Unwürdigkeit wegen uns den
großen Segen derselben entziehe. J. H. C. F.
——
Blütenlese aus den Synodalberichten des Jahres 1915.
Unsere Synode ist in zweiundzwanzig Distrikte eingeteilt.
Von diesen haben eine Anzahl schon ihre diesjährigen Sitzungen
abgehalten, die andern versammeln sich im Laufe der nächsten
Monate.
Auf diesen Distriktssynoden wird regelmäßig ein Refe⸗
rat vorgetragen. Das ist ein längerer Aufsatz über einen
Gegenstand der christlichen Lehre oder Praxis oder über einen
Abschnitt aus der biblischen oder Kirchengeschichte, der zur Er—
bauung der Christenheit dienen kann. Wenn ein längerer Ab—
schnitt des Referats verlesen ist, so folgt eine Besprechung, an
der alle anwesenden Pastoren und Lehrer wie auch die Depu⸗
tierten aus den verschiedenen Gemeinden teilnehmen können.
Und die Teilnahme ist meistens eine sehr rege. Diesen Vor—
trägen und Verhandlungen über die Lehre wird der größte und
beste Teil der Sitzungszeit gewidmet, und zwar mit Recht;
denn die gegenseitige Belehrung in den Wahrheiten der Hei—
ligen Schrift ist ein Hauptgrund für diese synodalen Zusammen—
künfte, und die Lehrbesprechungen sind eine der segensreichsten
Einrichtungen unserer Synode.
Hat sich die Distriktssynode vertagt, so schickt der Sekretär
seinen Bericht über die Verhandlungen an die Synodaldruckerei,
und nach einiger Zeit wird dann im „Lutheraner“ angemeldet,
daß wieder ein Synodalbericht im Druck erschienen ist.
Diese Synodalberichte gehören zu den wertvollsten
Schätzen unserer Kirche. Nicht nur enthalten sie eine fort—
laufende Geschichte des kirchlichen Werkes unserer Synode in
allen ihren Distrikten, sondern in den hier abgedruckten Refe—
raten ist ein erstaunlicher Reichtum an christlicher Lehre, an
Vermahnung und Warnung, Trost und Stärkung niedergelegt.
Deshalb werden diese Berichte sogleich nach ihrem Erscheinen
in unsern Synodalorganen angezeigt. Die Christen allent⸗
halben sollen nach diesen Berichten greifen, sie lesen, sie auf⸗
bewahren, sie sammeln, an Freunde und Bekannte ausborgen,
auf jede Weise den köstlichen Inhalt dieser Berichte allen treuen
Christen zugänglich machen.
Wie es steht, lesen unsere Gemeindeglieder gewöhnlich nur
den Bericht des Distriktes, dem ihre Gemeinde angehört. Viel⸗
leicht ist mit dem „gewöhnlich“ schon zu viel gesagt; es ist zu
befürchten, daß selbst der Bericht des eigenen Distrikts in vielen
Häusern ungelesen liegen bleibt. Jedenfalls aber sind die Chri⸗
sten rar, die sich alle diese Berichte halten und sie lesen. Und
das ist doch zu bedauern, besonders wenn man daran denkt,
wieviel minderwertiger Lesestoff, wie viele seichte und alberne 4
Romane, wie viele tägliche und wöchentliche Zeitschriften, die
einen unchristlichen Geist atmen, auch in unsern lutherischen
Christenhäusern zu finden sind. Statt den Geist zu sättigen
an dem Reichtum der Erkenntnis, der Lehre und des Trostes,
der in diesen Publikationen unserer Kirche niedergelegt ist,
greift man nach einer sensationellen Tageszeitung oder füttert
die Seele gar mit den Trebern der Zehn⸗Cent⸗magazines.
Es gibt keinen köstlicheren Leseftoff für Christen, die in
Verlangen haben, in der geistlichen Erkenntnis zu wachsen, als
die Synodalberichte unserer Synode. Die darin abgedruckten
Referate sind das Produkt fleißigen, zum Teil langjährigen
Studiums und behandeln mit großer Gründlichkeit die Haupt⸗
stücke christlicher Lehre wie auch Zeit- und Tagesfragen im Lichte
des untrüglichen Wortes Gottes. Beim Lesen der letztjährigen
Synodalberichte ist uns nun der Gedanke gekommen, daß es
uns manche Leser danken würden, wenn wir aus den darin
enthaltenen Referaten eine Anzahl von kurzen Auszügen mach⸗
ten und diese in einer Reihe von Nummern des „Lutheraner“
publizierten. Wir haben jetzt diese Berichte nochmal nach
gelesen und finden in jedem derselben ganze Seiten, die wir;
zum Abdruck bringen möchten, so kraftvoll und lichtvoll wird
darin die Lehre unserer lutherischen Kirche vorgetragen, so
schön und tröstlich wird darin vom Leben in Gott, vom Chri⸗
stenwandel und von der Christenhoffnung geredet. Zwei Refe⸗
rate handeln von der Reformationsgeschichte, eignen sich daher
weniger zum Abdruck aus der Mitte herausgenommener Ab—
schnitte. Von diesen sehen wir hier ab. Aus den übrigen
haben wir eine Reihe von kürzeren Ausführungen heraus⸗
gezogen und bringen diese jetzt als „Blütenlese aus unsern
Synodalberichten von 1915“ zum Abdruck. Das sollen nicht
Lückenbüßer sein, als ob es uns an Material mangelte, die
Spalten des „Lutheraner“ zu füllen — weit entfernt! —,
sondern der Leser wird sehen, daß diese Auszüge zu den in⸗
teressantesten und erbaulichsten Artikeln gehören, die in diesem
Jahrgang unserer Zeitschrift erscheinen werden. Wir hoffen,
daß mancher Leser durch die Lektüre dieser Abschnitte ermutigt
wird, die Berichte, aus denen sie genommen sind, sich in unserm
Verlag zu bestellen. Jedenfalls wird aber der Leser dieser Aus⸗
züge unserm Urteil beistimmen: Diese Synodalberichte gehören
zu den herrlichsten und kostbarsten Schätzen, die unsere Synode
besitzt, sie sind ein schier unergründlicher Born christlicher Lehre,
Ermahnung und Tröstung. „Nimm und lies!“ G.
1. Wie Gottes Liebe unserm Leben seine Grenze steckt.
(Referat über die Erhaltung und Regierung Gottes. Nord-Illinois⸗
Distrikt. Referent: Prof. G. Eifrig.)
Alles Erhalten und Regieren des Menschen von seiten
Gottes wird, für die Erde wenigstens, abgeschnitten durch den
To d. Damit tritt ein so großer Umschwung und Wechsel im
Leben des Menschen ein, daß eine Betrachtung darüber not⸗
wendigerweise in diese Erörterung gehört. Es ist das auch
von großem praktischen Interesse; denn wie viele scheinbare
Ungereinitheiten stoßen uns nicht gerade in Verbindung mit
dem Tode von Menschen auf!
sachen und das Wort Gottes zu widersprechen!
Wir finden nun zunächst Stellen in der Heiligen Schrift,‚,
die zu sagen scheinen, daß das Ende des Lebens des Menschen
Wie oft scheinen sich da die Tat.
English translation
Not yet translated.