Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 64, Nummer 3 › Seite 39
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 11. Februar 1908, Seite 39
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Kanzelgemeinſchaft 7 · Gemeindeſchule · Gemeindeſchule · Gemeindeſchule
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habt, sondern sind in der einen Gemeinde um „in der andern
gar um Jahre zurückgegangen. Ich habe das auch meinen
Gemeinden in ernster Weise vorgehalten und ihnen gezeigt, daß ge⸗
rade Rückgang in der Teilnahme am Sakrament ein böses Zeichen
für eine Gemeinde ist. Gott wolle es bessern!“ — über seine Ge⸗
meindeschule schreibt ein Pastor, der an einer unserer jüngeren
Gemeinden in einer Stadt steht: „Eine ganze Anzahl unserer
Schulkinder sind „Auswärtige“, gehören nicht zur Gemeinde; aber
wir versuchen durch unsere Schule Mission unter den Kindern zu'
treiben. Unsere Gemeindeschule beweist, daß auch eine englische
Gemeindeschule bestehen kann, wenn nur das rechte Verständnis
für die Schule vom Pastor in der Gemeinde geweckt und gefördert
wird.“ Die Gemeinde ist eine deutsch⸗englische, die Schule, die
vom Pastor und einer Lehrerin gehalten und von 53 Kindern be⸗
sucht wird, ist ganz englisch. — Fröhlich schreibt ein Pastor aus
einem alten Synodaldistrikt: „Meine Gemeinde hat in ihrer letz⸗
ten Versammlung beschlossen, daß im Herbst eine Gemeindeschule
angefangen werden soll, so daß, wenn Gott Gnade gibt, im näch⸗
sten Jahresbericht über den Bestand einer Gemeindeschule zu be⸗
richten sein wird.“ — Ein anderer Pastor an einer rund 40 Glie⸗
der zählenden Landgemeinde teilt mit, daß seine Gemeinde für
den eigenen Haushalt über 5800.00 und für auswärtige Zwecke
658104.19 aufgebracht habe. Dazu bemerkt er: „Das mag ja
für reiche Gemeinden ein Geringes zu sein scheinen; doch für
uns nicht, denn wir sind an irdischen Gütern nicht besonders reich,
sondern zumeist arm. Doch wir sind zufrieden. Wir haben das
Eine, das uns alle reich und glücklich, ja selig macht, das Evan⸗
gelium. Damit erbauen wir uns, soviel uns Gott Gnade gibt.
Dafür wollen wir dem lieben Gott auch noch immer dankbarer
werden. Ich hoffe, daß ich, so Gott mir das Leben schenkt, nächstes
Jahr einen besseren Bericht einschicken kann.“ — Von einer an⸗
dern, ungefähr ebenso großen, aber allerdings in einer frucht⸗
bareren Gegend gelegenen Landgemeinde wird geschrieben: „Die
hiesige Gemeinde hat an Gliederzahl und Eifer für die Mission
etwas zugenommen. Für auswärtige Zwecke sind von ihr im ver⸗
gangenen Jahre 5427.00 aufgebracht worden, gegen §5325.00 im
Vorjahre. Auch sind etliche neue LLutheraner“-Leser und ein wei⸗
terer Schüler für das College gewonnen worden.“ — Endlich
schreibt noch ein Pastor aus einer Großstadt: „Anbei ist mein
Bericht. We are holding our own! Und das will bei unserer
Lage etwas heißen. Wir befinden uns mitten im Gewirr der
Welt; sieben Theater stehen bei der Kirche.“ Und aus einer
andern Großstadt wird geschrieben: „Die Bitten um Verbreitung
des „Lutheraner“‘ sind nicht umsonst gewesen. Auch ich lasse mir
die Sache angelegen sein. In der letzten Gemeindeversammlung
haben wir gegen 30 neue Abonnenten gewonnen.“ L. F.
Auch an andern Orten tut man Schritte, eine Gemeindeschule
ins Leben zu rufen. Wir lesen in dem gerade zur Hand kommen⸗
den „Lutherischen Botschafter“: „In der Neujahrsversammlung be⸗
gann die Dreieinigkeitsgemeinde zu East Oakland, Cal., die Be⸗
sprechung über Gründung und Einrichtung einer Gemeindeschule.
Bisher trug unsere Gemeinde Sorge für den christlichen Schul⸗
unterricht ihrer Kinder in der Weise, daß sie ihre Glieder auffor⸗
derte, ihre Kinder in die Schule der Zionsgemeinde zu Oakland
zu senden, und für sie das etwaige Schulgeld entrichtete. Beson⸗
ders für die Kleinen ist der Weg aber weit und recht gefährlich,
weshalb unsere Gemeinde sich ernstlich mit dem Gedanken trägt,
so bald als möglich eine Gemeindeschule in ihrer eigenen Mitte zu
gründen. Gott verleihe seinen Segen dazu!“ Solche Mitteilungen
sind gute Nachrichten. Wenn die sechzigjährige Geschichte unserer
Synode etwas lehrt, so ist es dies, daß die christliche Gemeinde⸗
schule eine Pflanzstätte der Kirche ist. Und so traurig und töricht
es ist, wenn man mancherorts anfängt, die Gemeindeschule gering
zu schätzen und für entbehrlich zu halten, so erfreulich und lobens⸗
wert ist es, wenn man bei der Gründung von Predigtplätzen und
Gemeinden von Anfang an auf die Einrichtung einer Gemeinde⸗
schule bedacht ist. Sie gehört zum Wohlstand einer christlich⸗luthe⸗
rischen Gemeinde. Es ist meistens viel leichter, von vornherein
eine Gemeindeschule zu gründen, als nach zehn oder zwanzig
Jahren. Und insonderheit sehen wir dabei auf unsere jungen
Pastoren, die zumeist auf Missionsgebiete und an kleinere Ge⸗
meinden berufen werden, daß sie in die Fußtapfen der Väter unse⸗
rer Synode treten, deren Erbe auch in diesem Stücke treu bewahren
und sich die Mühe und Arbeit nicht verdrießen lassen, fleißig Schule
zu halten. Es ist ganz gewiß ein Dienst im Reiche Gottes, der
in Zeit und Ewigkeit wohl belohnt werden wird. Andererseits
sollen aber auch die Gemeinden, sobald sie genügend erstarkt sind,
ihrem Pastor das Schulehalten abnehmen und einen eigenen Leh⸗
rer für ihre Schule berufen um ihrer selbst, ihrer Schule und ihres
Pastors willen. Bei der Durchsicht der Parochialberichte drängt
sich uns öfters der Gedanke auf, daß an gar manchen Orten eine
Erinnerung in diesen Stücken nötig ist. L. F.
Die Missouri⸗Luther⸗Liga, ein seit drei Jahren bestehender
Verband von Jugend⸗ und Jungmännervereinen unserer Gemein⸗
den in den New England⸗Staaten, hielt am 19. und 20. Januar
ihre sechste Versammlung in der Gemeinde P. Aug. Brunns in
Holyoke, Mass., ab. Einundzwanzig Vereine, die eine Mitglieder⸗
zahl von etwa 1000 jungen Christen haben, schickten dazu Dele⸗
gaten und Gäste, deren Zahl sich auf etwa 100 belief. In drei
Geschäftsversammlungen, die zahlreich besucht waren und an
denen auch 8 Pastoren und 3 Lehrer teilnahmen, besprach man
mit großem Eifer die Angelegenheiten der Liga, die sich eines
schönen Gedeihens und Wachstums erfreut. Viel Nützliches war
aus den Vorträgen zu lernen, welche die Pastoren J. C. Strasen
von Middletown, Conn., und T. S. Keyl von Plymouth, Mass.,
hielten über die Themata: „Wie sollen die jungen Leute ihre
freien Abende zubringen?“ und: „Die Pflichten der Beamten
und der Komiteen unserer Vereine.“ Am Sonntagabend fand
ein gutbesuchter Konventionsgottesdienst statt. P. W. von Schenk
von Rockville, Conn., legte in seiner Predigt auf Grund von Joh.
2, 2 den jungen Leuten in trefflicher Weise ans Herz, daß sie den
SErrn JEsum allezeit als Gast und Vereinsglied in ihrer Liga
und in ihren Verxeinen einladen, haben und festhalten sollten. Die
in dem Gottesdienst erhobene Kollekte von 530.00 soll auf Be⸗
schluß der Synodalkasse zu gut kommen. — Der Segen der Liga
und ihrer Konventionen für die jungen Christen und ihre Vereine
ist nicht zu verkennen. A. B.
Kanzelgemeinschaft. Am Sonntag, den 12. Januar, wurde
in Baltimore, einer Hochburg der Generalsynode, eine neuerbaute
Kirche von einer zu dieser Synode gehörigen Gemeinde „eröffnet“.
„Eingeweiht“ wurde sie nicht, wie bei der Feier von dem Pastor,
A. H. Studebaker, D. D., betont wurde, weil sie noch mit einer
Schuld belastet ist. Bei dieser „Eröffnung“ predigten im Vor⸗
mittagsgottesdienst der Pastor der Gemeinde, D. Studebaker, und
abends P. J. Weidley, D. D., von der gleichfalls zur General⸗
synode gehörigen Kirche der Reformation in Washington, D. C.
Darüber wäre weiter nichts zu sagen. Dem gedruckten Programm
gemäß wurde aber am Montagabend, als ein Teil der Eröffnungs⸗
feier, ein zweiter Gottesdienst abgehalten. Über diesen Gottes⸗
dienst, der in der Baltimorer Presse groß angezeigt wurde, möch⸗
ten wir berichten. Nachdem das Lied des zur römischen Kirche
übergetretenen Kardinals Newman, Lead, Kindly Light“, ein
Lieblingslied der Spiritisten bei deren Versammlungen, gesungen
und einige Gebete von dem Ortspastor gesprochen worden waren,
trat D. Studebaker vor und erklärte der Gemeinde, wie er dazu
gekommen sei, diesen „interessanten“ Gottesdienst anzuordnen.
Bei ihm, neben dem Altar, saßen der Methodist J. St. Clair
Neal, D. D., der Presbyterianer D. H. Buchanan, der Jude
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