Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer Beilage › Beilage zu No. 9, S. 7
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-12-07, Beilage zu No. 9, S. 7
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Beilage zu No. 9, S. 8
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Beilage zu No. 10, S. 10
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Beilage zu No. 14, S. 26
Beilage zu No. 14, S. 27
Beilage zu No. 14, S. 28
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dem Bann wiederum in das knechtische Joch fangen ließen. Wir sind nur zu fest überzeugt, daß die Uebrigen nicht aus Liebe zu dieser Sache nachgegeben haben, sondern weil man ihre Gewissen verwirrte, (indem man z. B. vorgab: diese „christliche Ordnung" sei bei einer ordentlichen Gemeineversammlung gestellt worden und zwar mit Gebet; weil man aber bei einer jeden christlichen Gemeineversammlung zuvor bete und Gott anrufe, so sei man auch schuldig, das zu halten, was man beschließe). Doch zum dritten Grund.
III. Weil sie sich auch nicht erboten, eine andere, etwa bessere christliche Ordnung vorzuschlagen und aufzurichten, sondern frei sein wollten von aller Ordnung.
Antwort: Man kann auch seine Gaben freiwillig darreichen, ohne eine bestimmte Ordnung aufzurichten. Diese erste „christliche Ordnung" hatte uns scheu gemacht vor allen ähnlichen Ordnungen. Daß man aber auch seine Gaben freiwillig darreichen kann, ja darf, und diese Art biblisch und neutestamentlich sei; das kann man von dem heiligen Apostel Paulus selbst hören, der an die Corinther im zweiten Brief, im neunten Capitel und siebenten Vers also schreibt: „Ein Jeglicher nach seinem Willkühr, nicht mit Unwillen oder Zwang, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb." Gleichwohl aber halten wir auch, daß man in einer gewissen Ordnung geben könne, wenn man solche bestimmte Ordnung nicht als Gewissensache behandelt, wie es bei uns geschehen und darüber Abendmahl und Seelsorge versagt. Gegen die Ordnung waren wir nie, sondern gegen die Art, wie man sie uns aufzudringen suchte. Hr. P. Gr. konnte in seinem Berichte doch nicht sagen, daß wir "frei sein wollten von allem Geben;" sonst hätten wir ihn erinnern müssen, daß auch ohne seine Ordnung und zwar mit aller Willigkeit gegen 600 Thaler von uns zum Bau einer neuen Kirche geschrieben wurden. Wir erboten uns, die Kirche aus eigenen Mitteln zu bauen, was sie auch kosten würde; wir wollten keine auswärtige Gemeine um Hülfe ansprechen. Wir hätten ja Alles gerne gethan, denn P. Gr. war uns lieb und werth. Allein man wollte, wie gesagt, unsere freiwilligen Gaben nicht annehmen. Man verglich uns mit den Samaritern und führte die Stelle aus dem Buche Esra, Kap. 4, 1—3 gegen uns an! Welche untreue Anwendung des Wortes Gottes! Wir waren doch keine Samariter, die dem Gottesdienst hinderlich sein wollten, sondern gerade das Gegentheil; wir wollten ihn fördern, darum auch freiwillig und gerne solche Opfer bringen. Wenn wir weiter kein Zeugniß gegen die Untreue des Hrn. P. Gr. hätten, als die falsche Anwendung des Wortes Gottes, so wäre es schon genug. Was haben wir denn im neuen Testamente Ursache, uns an das jüdische Gesetz binden zu lassen und nach der von P. Gr. angeführten Stelle gleiche Steuer (reich oder arm) zum Tempelbau zu geben? Von dem Allem schweigt aber P. Gr. wohlweislich in seinem Bericht.
Weiterer Ausschließungsgrund.
IV. „Weil sie die christliche Ordnung ein Pfaffenjoch nannten und solches nicht widerriefen."
Antwort: Wir können es heute noch nicht widerrufen! Dünkt's dem Leser aber zu hart, so wollen wir ihm ein Beispiel geben, welches solcher Beschuldigung alle Härte nehmen wird. Als nämlich einmal in einer Versammlung über diese Schillingsgeschichte gehandelt wurde und P. Gr. keine rechte Einigkeit merkte, so nahm er Zuflucht zu seiner, in solchen Fällen ihm eigenen Weise, und frug um, Mann für Mann, wer den Schilling geben wolle. Da kam auch die Frage an Egel jun. Ehe dieser aber seine Antwort abgeben wollte, frug er den P. Gr. um Erlaubniß, erst ein Wort fragen zu dürfen. P. Gr. erlaubte es ihm nicht. Egel bat nochmals um Erlaubniß zu fragen. P. Gr. verweigerte es abermals und setzte hinzu: „Es sei nichts zu fragen, sondern er solle Ja oder Nein sagen, ob er den Schilling geben wolle, nicht." Egel sagte darauf: „Nein!" Egel aber wollte fragen, wie lange diese Ordnung stehen solle? Ist es da Bauern zu verargen, wenn sie vom Pfaffenjoch reden? Den Ochsen legt man ein Joch auf, ob sie wollen, oder nicht wollen, und Hr. P. Gr. hat es mit uns nicht anders machen wollen, wie aus dem Gesagten deutlich genug zu ersehen ist. Zum nächsten Ausschließungsgrund.
V. „Weil sie, um ihren bösen Willen durchzusetzen, eine heimliche rottische Versammlung nach der andern hielten, sich gegen Pastor, Kirchenvorstand und Gemeine zusammenkoppelten, ohne auf Ermahnung zu hören."
Unsere Antwort: Es ist hierbei zu erinnern, daß P. Grabau der Schillingssache wegen viele Versammlungen mit uns hielt. Weil aber auch niemals Einigkeit hergestellt werden konnte, da Hr. P. Gr. die Sache auf verkehrte Weise mit uns trieb und wir solches nicht leiden durften; auch weiter auf keinem Wege Abhülfe erlangten, so kam die Gemeine zur Zeit, da die Synode in Buffalo gehalten werden sollte, zusammen. Bei dieser Gemeineversammlung waren Alle zugegen, bis auf etwa drei Glieder, die aus gewissen Gründen nicht kommen wollten. Diese Versammlung wurde gehalten im Hause des C. F. Schröder, welcher bis heute zur Grabauischen Synode gehört. Es war also dieses keine Versammlung, da man sich gegen den Kirchenvorstand und die Gemeine zusammenkoppelte; denn der Kirchenvorstand und die Gemeine waren beisammen. Auch galt sie noch nicht gegen den Pastor, sondern es wurde einstimmig beschlossen, dem Deputirten Schweickhardt aufzutragen, daß er bei der Synode Rath und Hülfe suchen sollte. Wenn solches erlangt worden wäre, so hätten wir ja mit unserem Pastor wieder im Frieden leben können! Auch hatte jene Versammlung noch einen andern Zweck: Weil es trotz aller Streitigkeit so weit gediehen war, daß der Kirchenbau mit dem Maurer accordirt war, aber man uns nicht mitbauen lassen wollte, so mußte man berathen, was in solchem Falle zu thun sei. Es wurde deßhalb beschlossen, den Maurer gegen einige Vergütung abzubestellen, welches auch geschah. Denn wir wollten keine Trennung, und deshalb erst die Synode abwarten. Was konnten wir da anders thun, als zusammen kommen? Hr. P. Gr. thut sehr unrecht, daß er uns darin der Rottirerei beschuldigt.
VI. Weil sie in solcher Rottenversammlung am 30. Juli sich willkührlich vom Amt und Dienst ihres Pastors lossagten und ihn absetzten."
Antwort: Hr. P. Gr. hat sich selbst zuvor von uns losgesagt, weil wir den Schilling nicht unterschreiben wollten. Er hat uns Abendmahl und Seelsorge verweigert. Bei der Synode fanden wir weder Rath noch Hülfe. Denn als später eine Anzahl dieser Herren zu uns herauskamen, um uns nochmals zu vermahnen, das heißt den Schilling aufzudringen, (pag. 62) da marterten sie unser Gewissen noch mehr, wie man klar aus der Erklärung schließen kann, die von Jakob Bauer abgegeben wurde (pag. 65). Man schalt uns da Böcke, Lügner, u. s. w. Wie konnten wir uns dem P. Grabau länger anvertrauen, der uns so lange offenbar ungerecht behandelt und unsere Gewissen gemartert hatte? Wie konnten wir endlich zur ganzen Synode noch ferneres Zutrauen haben und ihrer Ermahnung Folge leisten, da diese ganz wie P. Gr. gesinnet war? Erstaunlich ist es, zu hören, daß einmal ein Buffaloer Gemeindeglied, dem unsere Noth zu Herzen ging, einen der jüngeren Pastoren bat, er möchte doch bei der Synode dahin wirken, daß uns geholfen würde, zur Antwort bekam: er wolle thun, was er könne; allein Hr. P. Grabau sei eben der Aelteste, und nach ihm müsse man sich richten. Hier geht es also nach dem Alter, nicht nach dem Recht! Kein Wunder, daß alle Urtheile dieser Synode so „einmüthiglich" abgefaßt werden; denn wenn sie Einer, der Aelteste abgefaßt hat, so haben sie sie alle abgefaßt. Ob aber „treue, christliche und treugewohnte Pastoren" so thun, müssen wir fast bezweifeln. Wer die ganze Handlungsweise, wie sie P. Gr. an uns geübt hat, mit unbefangenem Herzen beurtheilt, kann gewiß nicht anders bekennen, als daß wir Ursache genug hatten, uns vor solcher „Treue" ferner zu verwahren. Wir haben P. Gr. nicht [unleserlich] den Abschied gegeben. Wir haben uns drei Jahre lang um der Sache willen mit ihm gestritten. Wir haben ihn öfter, als wir zählen können, gebeten, er möchte um des Friedens willen nachgeben. Eine Frau bot sogar ihre Kleinodien an, die sie gerne opfern würde, wenn P. Gr. nachgeben und die Gemeine verschonen würde. Sie bekam von ihm zur Antwort: "Ein treu lutherischer Pastor könne hierin nicht nachgeben!" Wir meinen gerade das Gegentheil.
Wir haben insgesammt P. Gr. zum Nachgeben ermahnt; wir haben bei der Synode Rath und Hülfe gesucht (nicht ihn ver-
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the ban let themselves again be caught in the servile yoke. We are only too firmly convinced that the rest did not yield out of love for this cause, but because their consciences were confused, (in that one pretended, for example: this "Christian order" had been set up at a regular congregational meeting, and indeed with prayer; but since one prays and calls upon God beforehand at every Christian congregational meeting, one is therefore also bound to keep what one resolves). But now to the third ground.
III. Because they also did not offer to propose and set up another, perhaps better, Christian order, but wished to be free from all order.
Answer: One may also offer one's gifts freely, without setting up a fixed order. This first "Christian order" had made us shy of all similar orders. But that one may also offer one's gifts freely, yea, is permitted, and that this manner is biblical and of the New Testament, one can hear from the holy Apostle Paul himself, who writes thus to the Corinthians in the second epistle, in the ninth chapter and seventh verse: "Every man according as he purposeth in his heart, so let him give; not grudgingly, or of necessity: for God loveth a cheerful giver." Nevertheless we also hold that one may give in a certain order, if one does not treat such a fixed order as a matter of conscience, as happened with us, and on that account refuses the Supper and the cure of souls. Against the order we were never, but against the manner in which one sought to force it upon us. Pastor Gr. could not, in his report, say that we "wished to be free from all giving"; otherwise we should have had to remind him that even without his order, and indeed with all willingness, about 600 thalers were subscribed by us toward the building of a new church. We offered to build the church out of our own means, whatever it might cost; we wished to ask no outside congregation for help. We would indeed have done everything gladly, for Pastor Gr. was dear and precious to us. But, as said, they would not accept our free gifts. They compared us with the Samaritans and cited against us the passage from the book of Ezra, chap. 4:1-3! What an unfaithful application of the Word of God! We were surely no Samaritans who wished to hinder the worship of God, but just the contrary; we wished to promote it, and therefore also to bring such offerings freely and gladly. If we had no further testimony against the unfaithfulness of Pastor Gr. than the false application of the Word of God, it would already be enough. For what cause have we, then, in the New Testament, to let ourselves be bound to the Jewish law and, according to the passage cited by Pastor Gr., to give an equal tax (rich or poor) for the building of the temple? Of all this, however, Pastor Gr. prudently keeps silence in his report.
Further ground of exclusion.
IV. "Because they called the Christian order a priest's yoke and did not retract it."
Answer: We cannot retract it even today! But if it seems too harsh to the reader, we will give him an example which will take all the harshness from such an accusation. For once, when at a meeting this shilling affair was being dealt with, and Pastor Gr. perceived no proper unity, he took refuge in his manner, peculiar to him in such cases, and asked around, man by man, who would give the shilling. The question came also to Egel, Jr. Before he would give his answer, however, he asked Pastor Gr. for permission to be allowed first to ask a word. Pastor Gr. did not permit him. Egel asked again for permission to ask. Pastor Gr. refused it again and added: "There was nothing to ask, but he should say Yes or No whether he would give the shilling, or not." Egel said thereupon: "No!" Egel, however, had wished to ask how long this order was to stand? Is it to be blamed in peasants if they speak of a priest's yoke? One lays a yoke upon oxen whether they will or not, and Pastor Gr. has not wished to deal otherwise with us, as may be seen plainly enough from what has been said. On to the next ground of exclusion.
V. "Because they, in order to carry through their evil will, held one secret factious meeting after another, banded themselves together against pastor, church board and congregation, without heeding admonition."
Our answer: It is to be recalled here that Pastor Grabau, on account of the shilling matter, held many meetings with us. But since unity could never be established, because Pastor Gr. conducted the matter with us in a perverse way and we could not endure such; and since we also obtained relief in no other way, the congregation came together at the time when the synod was to be held in Buffalo. At this congregational meeting all were present, except about three members who, for certain reasons, would not come. This meeting was held in the house of C. F. Schröder, who to this day belongs to the Grabauian Synod. It was therefore no meeting at which one banded together against the church board and the congregation; for the church board and the congregation were together. Nor did it yet apply against the pastor, but it was resolved unanimously to charge the deputy Schweickhardt to seek counsel and help at the synod. If this had been obtained, we could indeed have lived again in peace with our pastor! That meeting also had another purpose: Since, in spite of all the contention, it had gone so far that the building of the church had been contracted with the mason, but they would not let us build with them, one had to deliberate what was to be done in such a case. It was therefore resolved to countermand the mason against some compensation, which also was done. For we wished no separation, and therefore to await first the synod. What else could we do there but come together? Pastor Gr. does very wrong in accusing us of factiousness therein.
VI. Because they, in such a factious meeting on the 30th of July, arbitrarily renounced the office and service of their pastor and deposed him."
Answer: Pastor Gr. had himself renounced us beforehand, because we would not sign the shilling. He refused us the Supper and the cure of souls. At the synod we found neither counsel nor help. For when later a number of these gentlemen came out to us to admonish us once more, that is, to force the shilling upon us, (p. 62) they tormented our conscience still more, as one can clearly conclude from the declaration given by Jakob Bauer (p. 65). They scolded us there as goats, liars, and so forth. How could we trust Pastor Grabau any longer, who had so long manifestly treated us unjustly and tormented our consciences? How could we finally have further confidence in the whole synod and obey its admonition, since it was of quite the same mind as Pastor Gr.? It is astonishing to hear that once a member of the Buffalo congregation, to whose heart our distress went, begged one of the younger pastors that he would work at the synod toward helping us, and received for answer: he would do what he could; but Pastor Grabau was the eldest, and one must follow him. Here, then, it goes by age, not by right! No wonder that all judgments of this synod are drawn up so "unanimously"; for if one, the eldest, has drawn them up, then they have all drawn them up. Whether "faithful, Christian and trusty pastors" do so, we must almost doubt. Whoever judges the whole manner of dealing, as Pastor Gr. has practiced it upon us, with an unprejudiced heart, can surely confess nothing else than that we had cause enough to guard ourselves further against such "faithfulness." We did not give Pastor Gr. his dismissal [illegible]. We contended with him for three years long for the sake of the cause. We begged him more often than we can count to yield for the sake of peace. One woman even offered her jewels, which she would gladly sacrifice, if Pastor Gr. would yield and spare the congregation. She received from him for answer: "A true Lutheran pastor could not yield herein!" We mean just the contrary.
We have altogether admonished Pastor Gr. to yield; we have sought counsel and help at the synod (not him ac-