Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer Beilage › Beilage zu No. 10, S. 12

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-12-07, Beilage zu No. 10, S. 12

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ter auch nicht „bestochen,“ wie Hr. Pst. Grabau uns und damit zugleich den Richter lästern will. Aus Verdruß ließ man uns denn wirklich Alles und zog von dannen.—Vieles nahmen die Herren aber doch mit, und als wir uns bei der Obrigkeit befragten, ob diese Leute das Recht hätten, aus der Kirche nur Etwas wegzunehmen, so wurde uns geantwortet, „Nein.“ Deshalb holten wir mit Hilfe der Obrigkeit das Mitgenommene wieder zurück; aber nicht in der furchtbaren Weise, wie Herr Pst. Grabau beschreibt. Als freilich der Herr Schullehrer der obrigkeitlichen Person die Sachen nicht gutwillig ausliefern wollte, machte diese Ernst, das Männlein kam darüber in Furcht und lieferte aus. Wir haben übrigens noch nicht Alles. Kirchenbuch, Kirchensiegel u. andere Bücher haben die Grabauischen noch in Händen. Die Obrigkeit wollte uns auch dieses verschaffen, wie ließens aber dabei bleiben und mochten uns nicht weiter einlassen. Hr. Pst. Grabau schilt uns nun freilich eine „kirchenräuberische Rotte, die sich im Besitz fremden Eigenthums befindet.“ Das müssen wir geschehen lassen. Wir setzen blos hinzu, daß es theilweise unser eigentliches Eigenthum ist, theilweise aber haben wir es freiwillig von Seiten des Hrn. Pst. Grabau und den Seinen im Besitz; denn Gott weiß was? hat es ihnen nicht zugelassen, daß sie die angebotene Hälfte des Werthes von unserer Seite angenommen hätten. Wenn man aber Jemand etwas freiwillig überläßt und Anderes die Obrigkeit rechtlich zuspricht, so ist man deshalb kein Dieb, wenn man es annimmt. Hr. Pst. Grabau sollte deshalb nicht weiter lästern, sondern daran denken, wohin seine Hartnäckigkeit geführt hat.

Eden, Erie County, N. Y.,

am 1. März 1851.*)

Jakob Bauer.

Heinrich Michael Bauer.

Heinrich Bauer.

Philipp Dietrich.

Adam Dietrich.

Georg Egel.

Friedrich Egel.

Christian Gallmann.

Christian Heilbronn.

Christian Höhn.

Georg Mühl.

Georg Philippi.

Kaspar Stiefler.

Johannes Sutter.

Daniel Schweickhart.

Georg Schweickhart.

Konrad Troeger.

Daniel Wolter.

*) Der Leser sieht aus diesem Datum, wie lange schon obige Mittheilung in den Händen der Synode gewesen. Dieselbe hoffte immer, damit zurückbleiben, die ganze Sache auf Privatwege abthun und mit Herrn Past. Grabau sich noch einigen zu können. Da aber der Genannte dazu keinen Raum gelassen, so hat sie endlich Obiges der Oeffentlichkeit übergeben müssen. D. R.

(Eingesandt.)

Antwort

auf die Aufforderung des Hrn. von Rohr, daß der „liebe B.“ gegen die Missourier zeugen möge.*) —

In dem neulich erschienenen Aufsatze wider Hengstenberg's falschen Unionstrost für Florencourt handelte es sich auch um die Frage: was in dem Weihwasser und der Messe ꝛc. das mit der unirten Kirche gemeinschaftlich Christliche sei, an das sich Florencourt anzuschließen hätte. Darauf antwortet im „Informatorium Nro. 9.“ statt Hengstenberg Hr. v. Rohr mit einer solchen Tiefe und seelsorgerischen Weisheit, daß es Hengstenberg selbst nicht besser gemacht haben könnte: „Die Lösung,“ sagt er, „liegt in der Lehre der unirten Kirche von der allg. christlichen Kirche, daß dieselbe aus allen christlichen Denominationen bestehe, die noch die Taufe und etwas Wesentliches von Wort und Sacrament haben, und daß die unsichtbare Kirche in allen diesen Partikularkirchen der allg. christlichen Kirche vorhanden sei.“ Heißt das nicht klar geantwortet?! Wenn Florencourt nun noch nicht weiß, was er thun soll, so ist es seine eigene Schuld, der Buffaloer hat das Seinige gethan. Wir würden Hrn. v. Rohr noch nicht für ganz genesen von seinem jüngsten Falle aus dem Himmel halten müssen, wenn wir obige Worte wirklich für eine Antwort auf die Frage halten sollten, allein das sollen sie ja auch offenbar nicht sein. Die Sache ist vielmehr die, Herr von Rohr will, es mag nun passen oder nicht, seine lichtvolle Lehre von der Kirche wieder zu Parade führen, und hat dabei den kühnen Gedanken mit derselben Einige aus der Missouri Synode an sich zu ziehen und ihnen Appetit für die Buffaloer zu machen. Aber fürwahr, an der Buffaloer Lehre und Liebe Geschmack finden zu sollen, ist eine starke Zumuthung. Ich kann Hrn. v. Rohr im Vertrauen die Versicherung geben, daß sämmtliche lutherische Prediger der hiesigen Gegend durchaus eins sind in der Erkenntniß, wie falsch und gefährlich die Lehre und wie faul die aus dieser Lehre fließende Praxis der Buffaloer ist. Nein, liebe Herrn, wollt ihr uns gewinnen, daß wir zu eurer Freude ein Bischen Revolution in der Missouri-Synode spielen und euch ein kleines Triümpfchen bereiten sollen: so fangt es klüger an, das dreimalige „lieber B.“ ist wirklich zu wenig und zu billig!—

Sollen wir euch einen Rath geben, der zum Ziele führt! Laßt das Schimpfen, schreibt verständlicher, logischer, benutzt doch endlich die für euch so nöthigen Regeln, auf die euch der „Lutheraner“ so freundlich aufmerksam macht, und vor allen Dingen seid aufrichtig. Wie schön würde es sein, wenn Sie, Herr von Rohr, mit der Aufrichtigkeit den Anfang machten, indem Sie z. B. ganz einfach bekennten, in dem Handel vom ungerechten Bann einige Dummheiten gemacht zu haben, das wäre doch ein Anfang und dazu ein leichter, da Sie sich in dem Bekenntniß nur ganz kurz zu fassen brauchten, weil Sie jetzt ohne Zweifel nur noch der einzige sind, der die Dummheit nicht klar erkannt hätte. Und wenn Sie dann ferner eingeständen, daß die so rechtzeitig erschienene Predigt des Herrn Prof. Walther in Nro. 7. des „Lutheraner“ Ihnen Licht gegeben hätte in Ihrer Finsterniß, worin Sie nicht begreifen können, warum ein Kind Gottes die rechtgläubige sichtbare Kirche nicht verlassen kann und darf, oder, ist es noch nicht Glied dieser sichtbaren rechtgläubigen Kirche, dieselbe suchen muß und soll, und diese Forderung „Heuchelei und Thorheit“ nennen; wenn Sie bekennten, wie Sie jetzt hierüber volles Licht erhalten hätten und sich dem Verfasser zu herzlichem Danke verpflichtet fühlten. Und wenn Sie dann endlich auch noch durch die That, d. h. durch den Austritt aus der Buffaloer Synode zu erkennen gäben, daß Sie nun nicht mehr glauben wollten, daß die eine heilige allgemeine christliche Kirche eigentlich die „aus Preußen ausgewanderte lutherische Kirche“ mit dem sichtbaren J. A. A. Grabau S. M. an der Spitze sei, und von jetzt an auch den Leib Christi, die Gemeinschaft der Heiligen nicht mehr sehen, sondern sich damit begnügen wollten, wie andere gute Christen, dieselbe zu glauben. Ja wenn Sie das thun, wenn Sie den Weg gehen wollten, dann glaube ich Ihnen die Versicherung geben zu dürfen, daß Sie uns gewinnen, und wir dann sogar ein Zeugniß für Sie in der Missouri-Synode ablegen werden.

*) Der liebe Bruder B. wird uns hoffentlich nicht zürnen, daß wir, da wir im „Lutheraner“ diesmal keinen Platz haben, ihn in den „Beiwagen“ placiren. Er ist gewiß schon so amerikanisirt, daß er dieß mit Gleichmuth ertragen kann. D. R.

B.—

English translation AI translation

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ter also not "bribed," as Mr. Pst. Grabau wishes to slander us and thereby at the same time the judge. Out of vexation they then actually left us everything and departed.—Much, however, the gentlemen took with them after all, and when we inquired of the authorities whether these people had the right to take anything at all out of the church, we were answered, "No." Therefore we fetched back with the help of the authorities what had been taken away; but not in the dreadful manner that Mr. Pst. Grabau describes. When, to be sure, the Mr. Schoolteacher would not willingly hand over the things to the official person, the latter was in earnest, the little man became frightened over it and delivered them up. We have, by the way, not yet everything. The church book, church seal, and other books the Grabauites still have in their hands. The authorities wished to procure this also for us, but we let it rest there and did not care to go further. Mr. Pst. Grabau now, to be sure, calls us a "church-robbing Rotte, which finds itself in possession of another's property." That we must let happen. We add only that it is in part our own proper property, but in part we have it in possession voluntarily on the part of Mr. Pst. Grabau and his people; for God knows what? has not permitted them to accept the offered half of the value from our side. But if one leaves something to someone voluntarily and the authorities rightfully award him something else, one is on that account no thief if one accepts it. Mr. Pst. Grabau should therefore not slander any further, but think whither his obstinacy has led.

Eden, Erie County, N. Y.,

on the 1st of March, 1851.*)

Jakob Bauer.

Heinrich Michael Bauer.

Heinrich Bauer.

Philipp Dietrich.

Adam Dietrich.

Georg Egel.

Friedrich Egel.

Christian Gallmann.

Christian Heilbronn.

Christian Höhn.

Georg Mühl.

Georg Philippi.

Kaspar Stiefler.

Johannes Sutter.

Daniel Schweickhart.

Georg Schweickhart.

Konrad Troeger.

Daniel Wolter.

*) The reader sees from this date how long the above communication has already been in the hands of the Synod. It always hoped, in holding back with it, to settle the whole matter in a private way and to be able still to come to an agreement with Mr. Past. Grabau. But since the said person has left no room for this, it has at last had to hand the above over to publicity. Ed.

(Submitted.)

Answer

to the challenge of Mr. von Rohr, that the "dear B." might testify against the Missourians.*) —

In the article that recently appeared against Hengstenberg's false union-comfort for Florencourt, the question was also dealt with: what there is in holy water and the Mass, etc. that is commonly Christian with the united church, to which Florencourt might attach himself. To this there answers, in the "Informatorium Nro. 9.," in place of Hengstenberg, Mr. v. Rohr with such depth and pastoral wisdom that Hengstenberg himself could not have done it better: "The solution," he says, "lies in the doctrine of the united church concerning the general Christian church, that the same consists of all Christian denominations which still have baptism and something essential of Word and Sacrament, and that the invisible church is present in all these particular churches of the general Christian church." Is not that clearly answered?! If Florencourt now still does not know what he is to do, it is his own fault, the Buffaloer has done his part. We should not yet have to regard Mr. v. Rohr as wholly recovered from his latest fall from heaven, if we were really to take the above words for an answer to the question, but they are plainly not meant to be that. The matter is rather this, Mr. von Rohr wishes, whether it fits or not, to bring his luminous doctrine of the Church onto parade again, and has thereby the bold thought of drawing with it some out of the Missouri Synod to himself and of making them an appetite for the Buffaloers. But truly, to be expected to find a taste for the Buffaloers' doctrine and love is a strong presumption. I can give Mr. v. Rohr in confidence the assurance that all the Lutheran preachers of the neighboring region are thoroughly at one in the recognition how false and dangerous the doctrine and how rotten the practice flowing from this doctrine of the Buffaloers is. No, dear sirs, if you wish to win us, that we should, to your delight, play a little revolution in the Missouri Synod and prepare for you a little triumph: then set about it more cleverly, the thrice-repeated "dear B." is truly too little and too cheap!—

Shall we give you a counsel that leads to the goal! Leave off the abusing, write more intelligibly, more logically, make use at last of the rules so necessary for you, to which the "Lutheraner" so kindly calls your attention, and above all things be honest. How fine it would be if you, Mr. von Rohr, were to make a beginning with honesty, by confessing quite simply, for example, that in the matter of the unjust ban you had committed some stupidities; that would be a beginning, and a light one besides, since you would need to be very brief in the confession, because you are now without doubt the only one left who has not clearly recognized the stupidity. And if you then further admitted that the so timely sermon of Herr Prof. Walther in Nro. 7 of the "Lutheraner" had given you light in your darkness, wherein you cannot comprehend why a child of God cannot and may not leave the orthodox visible church, or, if he is not yet a member of this visible orthodox church, must and shall seek it, and call this demand "hypocrisy and folly"; if you confessed how you have now received full light on this and felt yourself obliged to the author for hearty thanks. And if you then finally also showed by the deed, that is, by withdrawal from the Buffaloer Synod, that you now no longer wished to believe that the one holy universal Christian church is properly the "Lutheran church emigrated out of Prussia," with the visible J. A. A. Grabau, S. M., at its head, and from now on no longer wished to see the Body of Christ, the communion of saints, but to content yourselves, like other good Christians, with believing it. Yes, if you would do that, if you would go this way, then I believe I may give you the assurance that you will win us, and we will then even give a testimony for you in the Missouri Synod.

*) The dear Brother B. will, we hope, not be angry with us that, since we have no room this time in the "Lutheraner," we place him in the "Sidecar." He is certainly already so Americanized that he can bear this with equanimity. Ed.

B.—