Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer Beilage › Beilage zu No. 9, S. 8

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-12-07, Beilage zu No. 9, S. 8

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klagt); allein Alles umsonst. Er opferte die Einigkeit der Gemeine, und ließ nicht nach, bis sie in zwei Haufen zu stehen kam. Und P. Gr. kann bis Dato noch gutes Muths darüber sein? Uebrigens scheint ihm sein Gewissen ein Anderes zu sagen. Wozu wäre ihm sonst nöthig erschienen, daß er so vieler Entstellungen sich bediente, deren sein „Bericht über die neue Rotte zu Eden" voll ist? Wir staunen über die unzähligen Entstellungen u. falschen Wendungen, die darin vorkommen, um seine herrische Treiberei zu übertünchen. Er muß sogar sich falscher Accente bedienen, wie wir Seite 59. bei Siegmaier's Geschichte an dem Wörtlein er, „weil er arm sei," bemerken. So auch S. 62. schiebt er uns eine Meinung unter, die wir nie gehabt haben, wenn er die Worte der Absage mittheilt und das Wort „andere" accentuirt; als hätten wir gemeint, wir wollten damit von den „andern Angehörigen" reden, die nämlich ihm noch treu (?) geblieben waren. — Uebrigens muß der Leser wissen, daß wir, die vermeintlichen „Rottengeister," es nicht allein sind, die solches Zeugniß über Past. Grabau's sogenannten Bericht ablegen, sondern viele in seiner eigenen Gemeine zu Buffalo geben dem „Synodalbrief," den trefflichen Namen: „Lügenbuch;" denn nicht wenige wissen nur zu wohl, wie es mit unserer und Anderer Angelegenheit steht. Möchten nur solche Glieder zu Buffalo, denen bereits die Augen aufgehen, auch thun, was sie zu thun schuldig sind! Einzelne zwar haben es gethan, und sind darob von ihrem „treugesinnten Pastor" (?) in den Bann gethan worden; unter ihnen ein alter grauer und anerkannt gottseliger Mann, welcher auf die herzlichste, aber auch dringendste Weise seinen Hirten gebeten hatte, daß er von seinen schrecklichen Wüthereien und Unredlichkeiten abstehen möchte. Wem sollte da nicht das Wort des Herrn einfallen: „Sehet euch für, für den falschen Propheten, die in Schaafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. (Matth. 7, 15. 16.) Fernerer Ausschließungsgrund,

VII. Weil sie sich im August (1848) auch willkührlich von ihrem ordentlich berufenen Schullehrer lossagten und ihn absetzten."

Antwort: Folgerichtig mußten wir auch dem Schullehrer aufkündigen. Dieser Mensch hat als Pst. Grabau's Zuträger ohnehin viel Unheil in unserer Gemeine angerichtet. Außerdem hat er sonst die Absetzung verdient. Denn er hat gegen Einen unter uns eine falsche Klage gerichtlich anhängig gemacht, wozu falsche Zeugen gerufen und nicht blos ein falscher Eid geschworen wurde. Der Schulmeister mußte aber mit Schanden vor Gericht abziehen. Wer solches leugnen oder bewiesen haben wollte, dem stehen wir zu Diensten. — Endlich der

VIII. Grund: „Weil sie den Rottenprediger Bürger schon zu sich geholt und dadurch öffentlich ihr Beharren in Sünden erklärt hatten."

Unsere Antwort: Wir hatten den ordentlich berufenen Pastor Bürger aus Buffalo zu uns geholt und damit öffentlich erklärt, daß wir des lautern, reinen Gottesworts und der hh. Sacramente nicht entbehren wollten. Wir wollen auch bei der rechten wahren Kirche verharren bis an's Ende. Dazu uns Gott helfe! Amen.

So hätten wir denn der Kirche, der Wahrheit gemäß, über unsere Ausschließung Rechenschaft gegeben. Ihr geben wir es anheim, zu urtheilen, ob wir noch ein Theil von ihr oder, wie Hr. Pst. Grabau sagt, eine „Rotte" sind. Was wir geredet haben, haben wir auch nur um der Kirche willen geredet, nicht um Herrn Pst. Grabau's willen. Denn mit ihm wollen wir, so lange er in seinem Wesen verharrt, nichts zu schaffen haben. Auch was Hrn. Pastor Grabau's Urtheil über diese unsere Vertheidigung sein mag, da liegt uns ferner wenig an. Wir und viele Andere mit uns kennen ihn als einen Mann, der sehr oft zu Entstellungen seine Zuflucht nimmt; deshalb mag es ihm auch gefallen, nochmals wider uns zu schreiben, wir werden ohne Noth keine Antwort darauf geben.

Zuletzt müssen wir noch einige harte Beschuldigungen zur Beantwortung vornehmen, welche Pst. Grabau in seinem Berichte gegen uns aufführt. Ferne sei es von uns, behaupten zu wollen, als hätten wir in den obschwebenden Streitigkeiten nach allen Stücken ohne Fehl gehandelt. Wir wissen es wohl, daß unser alter Mensch sich oft dabei gezeigt hat. Aber eben so wohl müssen wir auch Pst. Grabau beschuldigen, daß er vielfach die Veranlassung dazu gegeben hatte. Den ganzen traurigen Hergang hätte er verhüten können, wenn er das Wort des Apostels beherzigt hätte: „Nicht als die über's Volk herrschen, sondern werdet Fürbilde der Heerde." (1. Petri 5, 3.)

S. 62. in der ersten Anmerkung führt Pst. Grabau von Zweien zwei Schimpfworte an, „Lümmel" und „Flegel." — Wir rechtfertigen und entschuldigen diese Ausdrücke nicht, können aber nicht unterlassen, zu erzählen, wie es gekommen, daß der erste Ausdruck gebraucht wurde. Der Mann, der ihn gebrauchte, wohnt nicht mehr hier, sondern in Wisconsin. Es war einer der allerärmsten unter uns; so arm, daß er von guten Nachbarsleuten öfters unterstützt wurde. Dieser sollte auch den Schilling geben. (Wieder ein Beweis, daß die Armen nicht ausgenommen sein sollten.) Bei einer Versammlung weigerte sich Buckelwald (das ist sein Name), den Schilling zu geben oder zu unterschreiben. Hernach ging Pst. Grabau zu ihm in's Haus und drang in ihn, den Schilling zu unterschreiben, wenn er ihn auch nicht geben könne; ja man verlange es gar nicht von ihm, sondern nur unterschreiben solle er, damit er Andern gutes Beispiel gäbe. Buckelwald ließ sich überreden und unterschrieb. Bald nachher fiel ihm aber ein, daß ja Pst. Grabau bei der Versammlung darauf bestanden habe, es sollten den Schilling alle ohne Ausnahme geben. Dieses zweideutige Wesen ging dem Manne im Kopfe herum und er erzürnte sich gewaltig über die Unredlichkeit und List des Pst. Grabau, der ihn zum Unterschreiben gedrungen hatte. Daher auch sein heftiger ungezogener Ausdruck. —

Das Wort „Flegel," von dem Jüngling gebraucht, kann uns nicht Allen zur Last gelegt werden. Wir haben uns erkundet, ob dieser Ausdruck wirklich gebraucht wurde, können aber keinen gewissen Grund erfahren. Wir streiten darüber nicht länger, sondern wiederholen: Ist ein solcher Ausdruck von dem besagten Jüngling gebraucht worden, so entschuldigen wir ihn nicht, sondern erklären ihn für höchst ungebührlich und strafbar.

S. 64., in der zweiten Anmerkung, sagt Pst. Grabau: „Keine Predigt konnte mehr vorgelesen werden, wo sie nicht während derselben Störungen, nach derselben Toben und Schimpfen in der Kirche vollführten über die Ordnung und den Pastor." Mit dieser Beschuldigung will Herr Pastor Grabau gerechtfertigt sein, daß er uns „wilde Böcke" schalt. Wir müssen aber diese Beschuldigungen von uns weisen, denn wir haben keinen Gottesdienst gestört. Auch hat uns Herr Pst. Grabau zu der Zeit, da er uns „wilde Böcke" schalt, besagte Störungen ꝛc. nicht vorgehalten; doch wohl, weil er es nicht beweisen konnte!

Aehnliches steht in einer zweiten Anmerkung S. 69. Da sollen wir „Unfug" sonderlich dadurch getrieben haben, daß „Einer oder der Andere von uns während des Gottesdienstes an die Thüre schlug." Wir müssen allerdings eingestehen, daß diese Beschuldigung nicht ohne Wahrheit ist. Die Sache verhielt sich aber so: Herr Pastor Grabau und seine Treuen hielten lange Zeit Gottesdienst bei verschlossenen Thüren und Fenstern. Nur hinten durch die Wohnung des Schullehrers war es erlaubt hineinzugehen. Wir aber als ehrliche Leute wollten zur Kirchthüre hineingehen, und da nun diese verschlossen war, so klopften wir an und baten somit um Einlaß. Es wurde uns leider trotz unsers Anklopfens nicht aufgemacht. — Mögen wir hierbei gefehlt haben, das Urtheil über die Christlichkeit solches Thürenverschließens lassen wir dem Leser über. —

(Fortsetzung folgt.)

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cuse him); but all in vain. He sacrificed the unity of the congregation, and did not relent until it came to stand in two parties. And Pastor Gr. can be of good cheer about it to this very day? Moreover his conscience seems to tell him otherwise. Why else would it have appeared necessary to him that he avail himself of so many distortions, of which his "Report concerning the New Faction at Eden" is full? We are astonished at the countless distortions and false turns of phrase that occur therein, in order to whitewash his domineering driving. He must even make use of false accents, as we notice on page 59, in Siegmaier's story, in the little word he, "because he was poor." So too on p. 62 he imputes to us an opinion which we never held, when he communicates the words of the renunciation and accentuates the word "others"; as if we had meant that we would thereby speak of the "other adherents," who, namely, had remained faithful (?) to him. — Moreover the reader must know that we, the supposed "factionists," are not alone in bearing such testimony concerning Pastor Grabau's so-called report, but many in his own congregation at Buffalo give the "Synodalbrief" the fitting name: "Book of Lies"; for not a few know only too well how it stands with our affair and that of others. Would that such members at Buffalo, whose eyes are already opening, would also do what they are bound to do! Individuals indeed have done it, and have on that account been put under the ban by their "loyal-minded pastor" (?); among them an old gray-haired and acknowledged godly man, who in the most heartfelt but also most urgent manner had besought his shepherd to desist from his dreadful ragings and dishonesties. Whom should not the word of the Lord come to mind here: "Beware of false prophets, which come to you in sheep's clothing, but inwardly they are ravening wolves. Ye shall know them by their fruits." (Matt. 7:15, 16.) Further ground of exclusion,

VII. Because they in August (1848) also arbitrarily renounced their duly called schoolteacher and deposed him."

Answer: Consistently we had to give notice to the schoolteacher also. This fellow, as Pastor Grabau's informer, had in any case done much mischief in our congregation. Besides, he had otherwise deserved the deposition. For he brought a false charge in court against one among us, for which false witnesses were called and not merely a false oath sworn. The schoolmaster, however, had to withdraw from court in disgrace. Whoever would deny this or wished to have it proved, to him we stand at service. — Finally the

VIII. Ground: "Because they had already fetched the factionist preacher Bürger to themselves, and thereby publicly declared their persistence in sins."

Our answer: We had fetched the duly called Pastor Bürger from Buffalo to us and thereby publicly declared that we would not be without the pure, unadulterated Word of God and the holy Sacraments. We will also abide in the right, true church unto the end. To this may God help us! Amen.

Thus we have given account to the church, in accordance with the truth, concerning our exclusion. To her we leave it to judge whether we are still a part of her or, as Pastor Grabau says, a "faction." What we have spoken we have spoken only for the church's sake, not for the sake of Pastor Grabau. For with him, so long as he persists in his ways, we will have nothing to do. Also what Pastor Grabau's judgment upon this our defense may be, that concerns us little henceforth. We and many others with us know him as a man who very often has recourse to distortions; therefore it may please him also to write against us once more; we shall give no answer to it without necessity.

Finally we must still take up for answer some harsh accusations which Pastor Grabau brings against us in his report. Far be it from us to wish to assert that we had acted without fault in every respect in the pending disputes. We know it well that our old man has often shown himself therein. But just as well must we also accuse Pastor Grabau that he had in many ways given the occasion for it. The whole sad course of events he could have prevented, had he laid to heart the word of the Apostle: "Neither as being lords over God's heritage, but being ensamples to the flock." (1 Peter 5:3.)

P. 62, in the first note, Pastor Grabau cites two abusive words from two persons, "lout" and "boor." — We neither justify nor excuse these expressions, but cannot refrain from relating how it came about that the first expression was used. The man who used it no longer lives here, but in Wisconsin. He was one of the very poorest among us; so poor that he was often supported by good neighbors. This man also was to give the shilling. (Again a proof that the poor were not to be excepted.) At a meeting Buckelwald (that is his name) refused to give the shilling or to sign for it. Afterwards Pastor Grabau went to him in his house and pressed him to sign for the shilling, even if he could not give it; yea, they did not require it of him at all, but he was only to sign, in order that he might set a good example to others. Buckelwald let himself be persuaded and signed. Soon afterwards, however, it occurred to him that Pastor Grabau had indeed insisted at the meeting that all should give the shilling without exception. This ambiguous conduct went round and round in the man's head, and he became greatly angry at the dishonesty and cunning of Pastor Grabau, who had pressed him to sign. Hence also his vehement, unmannerly expression. —

The word "boor," used by the young man, cannot be laid to the charge of all of us. We have inquired whether this expression was really used, but can learn no certain ground. We will not dispute about it any longer, but repeat: If such an expression has been used by the said young man, we do not excuse him, but declare it highly unseemly and punishable.

P. 64, in the second note, Pastor Grabau says: "No sermon could any more be read where they did not, during the same, commit disturbances, after the same raging and abuse in the church concerning the order and the pastor." With this accusation Pastor Grabau would be justified in having called us "wild goats." But we must repudiate these accusations, for we have disturbed no divine service. Also, at the time when he called us "wild goats," Pastor Grabau did not charge us with the said disturbances, etc.; presumably because he could not prove it!

Something similar stands in a second note, p. 69. There we are supposed to have committed "mischief" particularly by this, that "one or another of us knocked at the door during divine service." We must indeed admit that this accusation is not without truth. The matter, however, stood thus: Pastor Grabau and his faithful ones held divine service for a long time behind closed doors and windows. Only at the back, through the schoolteacher's dwelling, was it permitted to go in. We, however, as honest people, wished to go in by the church door, and since it was locked, we knocked and thus begged for admission. It was, alas, not opened to us despite our knocking. — If we have erred herein, the judgment upon the Christianity of such shutting of doors we leave to the reader. —

(To be continued.)