Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer Beilage › Beilage zu No. 11, S. 15

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-12-07, Beilage zu No. 11, S. 15

Beilage zu No. 8, S. 1 Beilage zu No. 8, S. 2 Beilage zu No. 8, S. 3 Beilage zu No. 8, S. 4 Beilage zu No. 9, S. 5 Beilage zu No. 9, S. 6 Beilage zu No. 9, S. 7 Beilage zu No. 9, S. 8 Beilage zu No. 10, S. 9 Beilage zu No. 10, S. 10 Beilage zu No. 10, S. 11 Beilage zu No. 10, S. 12 Beilage zu No. 11, S. 13 Beilage zu No. 11, S. 14 Beilage zu No. 11, S. 15 Beilage zu No. 11, S. 16 Beilage zu No. 12, S. 17 Beilage zu No. 12, S. 18 Beilage zu No. 12, S. 19 Beilage zu No. 12, S. 20 Beilage zu No. 13, S. 21 Beilage zu No. 13, S. 22 Beilage zu No. 13, S. 23 Beilage zu No. 13, S. 24 Beilage zu No. 14, S. 25 Beilage zu No. 14, S. 26 Beilage zu No. 14, S. 27 Beilage zu No. 14, S. 28

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zu Hause ist, orientire sich lieber nach des unübertroffenen Chemnitz Anleitung selbst, besonders p. 116. sqq., sowie nach desselben ausgezeichneten examen concil. Trident. hin und wieder. Es ist ein ungewisses Schwanken in Grabau's Verstand am Evangelio nicht zu verkennen, wenn man seine Worte im zweiten Synodalbrief, Seite 25. unten, liest: „Wie nun der Glaube an die reine Lehre und Sacrament, so ist Gottes Reich an die wahre sichtbare Kirche verbunden. Und aller wahrer lebendiger Glaube, der durch's Wort in den Herzen der Menschen auf Erden ist, gehört in die sichtbare lutherische Kirche“ ꝛc. ꝛc. Woher hat doch der Mann seine theologische Wissenschaft geholt? Er hat zwar viel gepredigt in seinem Leben und gewiß, wenigstens in frühern Perioden, trefflich und mit großem Segen; aber die lutherische Dogmatik scheint er nicht gründlich studirt zu haben; alle reinen Lehrer mit den symbolischen Büchern bestimmen genauer. — Das Sichtbare ist nur die Erscheinung des Unsichtbaren als des eigentlichen Wesens; im Gebrauch der Gnadenmittel erscheint die Kirche; auf der Wahrheit selbst, auf dem festen, tiefen Grunde aller Wirklichkeit ihr Gebäude errichtend, liegt sie doch unter der Decke der Erscheinung und führt sich aus in der Welt, welche für sie die nur vorübergehende Existenz eines zu verbrauchenden Materials hat. Daher die auswendige Seite der Kirche so wenig ihrer inwendigen (Apol. p. 148.) entspricht; daher, obschon die sichtbare Kirche mit reinem Wort u. Sakramenten eine manifestirende Wirkung der unsichtbaren ist, denn durch das Bekenntniß der erstern redet der Glaube der letztern, sie doch nur ist partikular, insofern die äußere Thätigkeit und Gestaltung bald mehr, bald weniger im Lauf der Jahrhunderte hervortritt und in der Geschichte gar verschiedentlich sich ausprägt, dem Inhalte nach zwar ewig das Eine in sich fassend, in seiner Form aber den Bestimmungen der Zeit und des Orts und den Schranken des Erdenlebens unterworfen, und vorwärts schreitend in der Entwicklung des unwandelbaren Erkenntnißgrundes, wie der erste Blick auf die Symbole lehrt, weil solches Alles zur Erscheinung gehört. Der Begriff der wahren sichtbaren Kirche deckt nicht völlig den der unsichtbaren, wie Grabau anzunehmen u. worin die Quelle und der Sitz seiner Irrwege verborgen zu liegen scheint; sondern am Wort und Sakrament überhaupt in dem ganzen sichtbaren Bereich aller Christenparteien ist das sonst verborgene, unsichtbare Dasein der heiligen Kirche Jesu zu erkennen, sie thut sich darin durch dieselben kund, aber vorzugsweise in der äußeren Gemeinschaft eines rechtgläubigen Bekenntnisses, denn durch solches spricht allein und ausschließlich die Gemeinde der Heiligen ihren Glauben aus. Jo. Gerhardi l. c. V. p. 321 sq. Ejusd. conf. cath. p. 728. sq. Quenstedtii syst. theol. IV. p. 504. Durch das Bekenntniß falscher sichtbarer Kirchen, insoweit es eben korrumpirt ist, redet freilich Nichts als Menschliches (oder Teuflisches), ja irgendwelche Ketzerei und Satansschule; aber wegen der geistigen Macht der unsichtbaren allgemeinen Kirche, die über den ganzen Erdkreis, also auch unter diesen zerstreuet und das Salz in ihnen ist, kann das Wort nur verfälscht, die Lehre durch unreinen Beisatz, freilich oft jämmerlich, getrübt und entstellt werden, unter ihren sichtbaren Haufen sind Glieder des Leibes Christi verborgen, deren Vorhandensein eben an dem darin noch übrig gebliebenen reinen Wort und Sakrament offenbar wird. Erst wenn diese und mit ihnen alle wahrhafte Annahme göttlichen Wortes erstirbt, wird der sichtbare Haufe solcher falschen Kirchen nach und nach von aller Verbindung und Zusammenhang mit der allgemeinen Kirche im ursprünglichen Sinn, die wir nicht sehen, sondern glauben, losgerissen. S. Ernesti Gerhardi (des Sohnes jenes großen Jo. Gerh.) confess. Augustan. enucl. p. 126 sqq. So lange der öffentliche Glaube solcher falschen Kirchen zu dem Wesen wenigstens des ersten, grundlegenden Sakraments, der heiligen Taufe, sich bekennt, behaupten sie auch noch Etwas von dem ökumenischen Charakter, und ihre Sakramentshandlungen sind daher gültig.

Gottes Reich, das inwendig ist, ist an die sichtbare Gesammtheit der durch die Gnadenmittel Berufenen verbunden. Jo. Gerhardi conf. cath. p. 717. ed. Francofurt. Aller wahre lebendige Glaube, der durch's Wort in den Herzen der Menschen auf Erden ist, gehört in d. h. findet sich innerhalb des ganzen Umkreises der sich in sichtbare wahre und falsche Partikularkirchen spaltenden allgemeinen sichtbaren Kirche, welche, insofern das, was den in ihr, obschon nicht von derselben seienden Bösen und namentlich den in den falschen Gemeinden prävalirenden Rotten mit Recht abgesprochen wird, doch den durch anklebenden Irrthum noch nicht um Glauben und Seligkeit gebrachten Auserwählten zukommt, insoweit sie selbst darum von Wort und Sakrament noch nicht gefallen ist, synekdochisch die katholische heißen kann, während die sichtbare wahre Partikularkirche metonymisch solchen Namen führt. Man sehe Apolog. ed. Rechenberg. p. 144. J. Gerh. locc. th. p. 334 sqq. 245 sqq. Ejusd. annott. in Timoth. II, 2, 20. Baieri l. c. p. 757. 767 sq. 770. Cunr. Dieterici institutt. cat. p. 472 sqq. (Athanasii opp. ed. Paris. 1698. tom. I. p. 779.) und halte dagegen des berühmten Bischofs von Meaux, Bossuet coll. c. Jo. Claud. de eccl. Alle reine Lehre, die irgendwo auf Erden erschallt, gehört allerdings nur in die sichtbare wahre Kirche, denn dieser Ausdruck bedeutet gar nichts Anderes; nicht sind die Menschen alle, welchen Wort u. Sakramente rein gegeben sind, die sichtbare wahre Kirche, sonst wäre die Kirche nicht bloß sichtbar, sondern die einzelnen Glieder der Kirche als Glieder; vielmehr sind reine Lehre und Sakramente die untrüglichen Kennzeichen, dadurch die Kirche im eigentlichen Sinn des Worts als Kirche der Wahrheit Christi sichtbar wird d. h. sich kund thut und erkennbar ist. Jo. Gerh. l. c. conf. cath. p. 717. §. 10. Die Glieder der unsichtbaren Kirche sind die lebendigen wahren Glieder der letztern; die todten Glieder derselben sind gar keine Glieder der unsichtbaren, und eben als todte auch dem sichtbaren Leibe als solchem nicht mehr gehörig (obschon sie von der äußeren Gemeinschaft des Wortes und der Sakramente noch nicht gesondert werden können, es sei denn, daß der Bann im rechten Gebrauche die offenbar gewordenen abschnitte,), wie die Spreu kein Theil des Weizen-Haufens, das Unkraut kein Theil des Weizenackers ist, sondern nur ein Theil des ganzen Haufens, da Weizen unter der Spreu vermengt liegt, ein Theil des Ackers, sofern derselbe ein aus Weizen und Unkraut bestehendes Ganze ist. Quenstedtii syst. th. IV. p. 488. 492. Aber die seligwerdenden d. h. wahrhaft gläubigen Seelen, obwohl sie im prägnanten Sinne in die sichtbare wahre Kirche gehören und an dieselbe verbunden sind, befinden sich doch nicht alle in derselben, auch nicht allemal in falschen sichtbaren Gemeinschaften als mit dem Bekenntniß derselben nicht einig, sondern mitten unter den Versammlungen der letztern, durch irgend welches ungekannte Hinderniß darin aufgehalten, bis die Decke von ihren Augen schwindet, oder sie, bereits zur ewigen Herrlichkeit zubereitet, durch einen seligen Tod errettet werden, da alles Unvollkommene aufhört. Nur eine ungeachtet helleren Lichtes der Erkenntniß wider das Gewissen in denselben verharrende Seele kann, wie die geistlich todte überhaupt, zu der wahren Kirche nicht gehören. Jene aber glauben von Herzen an ihren Seligmacher und lieben und folgen ihm; allein im Bezug auf die Unterscheidung der Lehre ihrer Kirche von der reinen sind sie unklar und schwach, wie denn die Jünger des Herrn Jesu selbst im Evangelio bei aller frommen Redlichkeit vor seiner Auferstehung oft so irrigen und mangelhaften Verständnisses waren, und unter den Samaritern Etliche gläubigen, dankbaren Sinnes sich befanden. (Hier ist, wie nicht zu leugnen, ein eigentlicher fauler Fleck der Sichtbarkeitslehre Grabau's, die als eine falsche und unreine solche nach sich ziehen muß. Ganz ähnlich, wie er hin und wieder, reden seine papistische hinsichtlich ihrer Kirchengemeinschaft, obgleich sie de anima und de corpore unterscheiden, und einige verlegene hyperorthodoxe Theologen unseres Theils.) Wenn jene verborgenen rechtschaffenen Seelen in den Schriften unserer Väter „Lutheraner“ genannt werden, so zählen sie sie nicht damit zur lutherischen sichtbaren Kirche, denn das ist nicht möglich und wäre Unsinn, sondern, man sehe nach, zu dem unsichtbaren großen Kirchenleibe, dessen Glaube und Bekenntniß dem wesentlichen Inhalte nach ganz und gar das lutherische ist. Nach Grabau muß wirklich der Begriff der unsichtbaren in dem der sichtbaren wahren Kirche völlig aufgehn, vgl. Informatorium Jhrg. 1.

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is at home, let him rather orient himself by the guidance of the unsurpassed Chemnitz himself, especially p. 116. sqq., as also by his excellent examen concil. Trident. here and there. An uncertain wavering in Grabau's understanding of the Gospel is not to be mistaken, when one reads his words in the second Synodical Letter, page 25, at the bottom: "As faith is bound to the pure doctrine and Sacrament, so is God's kingdom bound to the true visible Church. And all true living faith, which is through the Word in the hearts of men on earth, belongs in the visible Lutheran Church," etc. etc. Whence, then, has the man obtained his theological learning? He has indeed preached much in his life, and certainly, at least in earlier periods, excellently and with great blessing; but the Lutheran dogmatics he seems not to have studied thoroughly; all pure teachers, with the symbolical books, determine more exactly. — The visible is only the appearance of the invisible as the real essence; in the use of the means of grace the Church appears; building her edifice upon the truth itself, upon the firm, deep ground of all reality, she yet lies under the covering of the appearance and carries herself out in the world, which for her has only the transitory existence of a material to be consumed. Hence the outward side of the Church corresponds so little to her inward (Apol. p. 148.); hence, although the visible Church with pure Word and Sacraments is a manifesting operation of the invisible, since through the confession of the former the faith of the latter speaks, she is yet only particular, in so far as the outward activity and shape come forward now more, now less, in the course of the centuries and are very variously stamped in history, comprehending indeed in content eternally the One, but in her form subject to the determinations of time and place and to the limits of earthly life, and advancing in the development of the unchangeable ground of knowledge, as the first glance at the Symbols teaches, because all this belongs to the appearance. The concept of the true visible Church does not fully coincide with that of the invisible, as Grabau is wont to assume, and wherein the source and seat of his errors seems to lie hidden; but in Word and Sacrament in general, in the whole visible domain of all the Christian parties, the otherwise hidden, invisible existence of the holy Church of Jesus is to be recognized; she makes herself known therein through the same; but preeminently in the outward communion of an orthodox confession, for through this alone and exclusively the congregation of the saints utters its faith. Jo. Gerhardi l. c. V. p. 321 sq. Ejusd. conf. cath. p. 728. sq. Quenstedtii syst. theol. IV. p. 504. Through the confession of false visible churches, so far as it is corrupted, nothing indeed speaks but what is human (or devilish), yea, some heresy and school of Satan; but because of the spiritual power of the invisible universal Church, which is scattered over the whole globe, therefore also among these, and is the salt in them, the Word can only be falsified, the doctrine by impure admixture, indeed often lamentably, be clouded and disfigured; among their visible multitudes members of the body of Christ are hidden, whose presence is made manifest precisely by the pure Word and Sacrament still remaining therein. Only when these, and with them all true acceptance of the divine Word, die out, will the visible multitude of such false churches be torn loose, little by little, from all connection and coherence with the universal Church in the original sense, which we do not see but believe. See Ernesti Gerhardi (the son of that great Jo. Gerh.) confess. Augustan. enucl. p. 126 sqq. So long as the public faith of such false churches confesses itself to the essence at least of the first, fundamental Sacrament, holy Baptism, they also still maintain something of the ecumenical character, and their sacramental acts are therefore valid.

God's kingdom, which is within, is bound to the visible totality of those called through the means of grace. Jo. Gerhardi conf. cath. p. 717. ed. Francofurt. All true living faith, which is through the Word in the hearts of men on earth, belongs in, that is, is found within the whole circuit of the universal visible Church, which divides itself into visible true and false particular churches, which Church, in so far as that which is rightly denied to the wicked who are in it though not of it, and especially to the Rotters who prevail in the false congregations, yet pertains to the elect who have not yet been brought by adhering error to the loss of faith and salvation, in so far as she herself has not on that account fallen away from Word and Sacrament, can be called synecdochically the catholic, while the visible true particular church bears that name metonymically. See Apolog. ed. Rechenberg. p. 144. J. Gerh. locc. th. p. 334 sqq. 245 sqq. Ejusd. annott. in Timoth. II, 2, 20. Baieri l. c. p. 757. 767 sq. 770. Cunr. Dieterici institutt. cat. p. 472 sqq. (Athanasii opp. ed. Paris. 1698. tom. I. p. 779.) and hold against it the work of the renowned Bishop of Meaux, Bossuet, coll. c. Jo. Claud. de eccl. All pure doctrine that resounds anywhere on earth belongs indeed only in the visible true Church, for this expression means nothing else; not are all the men to whom Word and Sacraments are given pure the visible true Church, else the Church would be not merely visible, but the individual members of the Church as members; rather are pure doctrine and Sacraments the infallible marks whereby the Church in the proper sense of the word becomes visible as the Church of the truth of Christ, that is, makes herself known and is recognizable. Jo. Gerh. l. c. conf. cath. p. 717. §. 10. The members of the invisible Church are the living true members of the latter; the dead members of it are no members of the invisible at all, and, precisely as dead, no longer belong to the visible body as such (although they cannot yet be separated from the outward communion of the Word and the Sacraments, unless the ban in right use cut off those who have become manifest), as the chaff is no part of the wheat-heap, the tares no part of the wheat-field, but only a part of the whole heap, where wheat lies mixed under the chaff, a part of the field, in so far as it is a whole consisting of wheat and tares. Quenstedtii syst. th. IV. p. 488. 492. But the souls that are being saved, that is, truly believing, although in the pregnant sense they belong to the visible true Church and are bound to the same, yet are not all found in it, nor always in false visible communions as being not in agreement with their confession, but in the midst of the assemblies of the latter, held back therein by some unknown hindrance, until the veil vanishes from their eyes, or they, already prepared for eternal glory, are delivered by a blessed death, when all that is imperfect ceaseth. Only a soul that, notwithstanding the brighter light of knowledge, persists against conscience in the same, can, like the spiritually dead in general, not belong to the true Church. But those believe from the heart in their Savior and love and follow Him; only, in respect of distinguishing the doctrine of their church from the pure, they are unclear and weak, as indeed the disciples of the Lord Jesus Himself in the Gospel, with all pious honesty, before His resurrection were often of so erring and defective an understanding, and among the Samaritans some were found of believing, thankful mind. (Here is, it cannot be denied, a real rotten spot in Grabau's doctrine of visibility, which as a false and impure one must draw such after it. Quite similarly, as he now and again, speak his papistical ones regarding their church communion, although they distinguish de anima and de corpore, and some embarrassed hyperorthodox theologians of our own side.) If those hidden upright souls are called "Lutherans" in the writings of our fathers, they do not thereby count them to the Lutheran visible Church, for that is not possible and would be nonsense, but, mark well, to the invisible great body of the Church, whose faith and confession is, according to its essential content, wholly and entirely the Lutheran. According to Grabau the concept of the invisible must really be wholly absorbed in that of the visible true Church; cf. Informatorium, vol. 1.